Das europäische Bezahlverfahren Wero gewinnt an Bekanntheit, bleibt im Wettbewerb mit etablierten Anbietern jedoch noch zurück. Eine aktuelle Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den europäischen Märkten. Vor allem nationale Lösungen und US-Anbieter dominieren weiterhin.

Das Bezahlangebot Wero wird laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag von BearingPoint, einer unabhängigen Management- und Technologieberatung, inzwischen in mehreren europäischen Ländern wahrgenommen. Besonders bei unseren französischen Nachbarn, wo der Dienst bereits stärker ausgerollt ist, zeigt sich eine höhere Nutzung.
Dort gaben 19 % der 1.052 Befragten an, Wero hauptsächlich für Geldtransfers zwischen Privatpersonen zu verwenden. In Deutschland fällt dieser Anteil deutlich geringer aus: Hier liegt der Wert bei 4 % unter 2.026 Teilnehmenden.
Die Umfrage macht deutlich, dass sich Wero bislang nicht gegen etablierte Anbieter durchsetzen kann. In vielen Ländern dominieren nationale Bezahldienste den Markt für private Geldtransfers.
In der Schweiz liegt Twint mit 66 % vorn, in Dänemark (92 %) und Finnland (61 %) MobilePay. In Schweden nutzen 86 % Swish, in den Niederlanden 71 % Tikkie.
Hierzulande liegt ein internationaler Platzhirsch klar vorn: PayPal wird von 56 % der Befragten bevorzugt verwendet.
Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern. Ziel ist es, eine eigenständige europäische Alternative zu internationalen Lösungen zu etablieren.
Seit dem Start im Juli 2024 ermöglicht Wero vor allem mobile Geldtransfers zwischen Privatpersonen. Inzwischen wird der Dienst auch zunehmend im Onlinehandel akzeptiert und kann dort ähnlich wie Kreditkarten oder digitale Wallets eingesetzt werden.
Ein wichtiger Faktor für den weiteren Ausbau ist laut BearingPoint der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit: „Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass moderne digitale Zahlungssysteme in ganz Europa an Bedeutung gewinnen. Ein zentraler Treiber ist der Wunsch nach einer eigenständigen europäischen Alternative zu bisher dominierenden, nicht-europäischen Lösungen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität“, sagte Robert Bosch, Partner bei BearingPoint.
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