Bargeld verliert im Alltag an Bedeutung, während Debitkarten, mobiles Bezahlen und digitale Wallets stärker genutzt werden. Für Kreditkarten ist die Entwicklung zweigeteilt: An der Ladenkasse bleiben sie weniger verbreitet, in Wallets, auf Reisen und bei größeren Anschaffungen können sie aber Vorteile bieten. Wer eine Karte auswählt, sollte deshalb genau prüfen, ob sie zum eigenen Zahlungsverhalten passt.
Deutschland rückt an der Ladenkasse weiter vom Bargeld ab. Erstmals seit Beginn der Bundesbank-Erhebungen im Jahr 2008 wurden 2025 mehr Zahlungen bargeldlos als bar abgewickelt. Laut der Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“ entfielen 55 % aller erfassten Zahlungen auf bargeldlose Verfahren, 45 % auf Bargeld.
Die wichtigste Karte im Alltag ist die Debitkarte. Sie kam auf einen Anteil von 26 % und war damit nach Bargeld das zweitwichtigste Zahlungsmittel. Mobile Verfahren über Smartphone oder Smartwatch erreichten 10 %. Ein Grund für die starke Rolle der Debitkarte ist ihre weite Verbreitung: 98 % der Befragten besitzen mindestens eine Debitkarte, darunter auch die girocard. Eine Kreditkarte besitzen dagegen rund 50 %.
Im stationären Einzelhandel spielt die Kreditkarte weiterhin eine deutlich kleinere Rolle als girocard und Debitkarten. Nach der im Mai 2026 veröffentlichten EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ entfielen im Jahr 2025 8,2 % des Umsatzes auf Kreditkarten. Die girocard kam auf 40,5 %, internationale Debitkarten von Visa und Mastercard auf 9,4 %. Stationärer Einzelhandel meint Einkäufe vor Ort, nicht Onlinehandel.
Anders sieht es in digitalen Wallets aus. In Apple Pay-Wallets war laut Bundesbank am häufigsten eine Kreditkarte hinterlegt, mit 52 %. Dahinter folgten die girocard mit 40 % und Visa Debitkarten mit 32 %. Bei Google Pay lagen Kreditkarten mit 31 % und Visa Debitkarten mit 27 % näher beieinander. Welche Karte du mobil nutzen kannst, hängt vom jeweiligen Kartenanbieter, der Bank und dem Gerät ab.
Bei kleinen Beträgen bleibt Bargeld gefragt. Zahlungen bis unter 5 Euro wurden 2025 zu 67 % bar beglichen, bei 5 Euro bis unter 20 Euro waren es 54 %. Zugleich halten 80 % der Befragten es für wichtig, auch künftig bar bezahlen zu können.
Die Bundesbank nennt hier unter anderem ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Menschen mit niedrigem Einkommen. Eine Kreditkarte lohnt sich daher nicht für jede:n gleichermaßen. Sie kann Vorteile bringen, wenn du sie im Wallet nutzt, viel reist oder größere Ausgaben bezahlst. Für viele kleine Zahlungen in Deutschland reichen Debitkarte, girocard und Bargeld oft aus. Da etwa ein Viertel der Befragten im Vormonat mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos zahlen konnte, ist eine zweite Zahlungsart sinnvoll.
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