Zwei Jahre nach dem Deutschlandstart ist die europäische Zahlungslösung Wero bei der Mehrheit der Verbraucher:innen noch nicht angekommen. Eine repräsentative Umfrage für das Vergleichsportal Verivox zeigt zudem, wie groß die Lücke zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Nutzung weiterhin ist.
Im Auftrag von Verivox hat das Meinungsforschungsinstitut Innofact im Juli 2026 insgesamt 1.002 Erwachsene in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt. Bei einer gestützten Abfrage mit fünf Antwortmöglichkeiten konnten 39 % korrekt zuordnen, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt.
31 % hatten nach eigenen Angaben noch nie von Wero gehört. Knapp einem Viertel (23 %) war der Name zwar bekannt, die Befragten konnten jedoch nicht sagen, was sich dahinter verbirgt. Die übrigen 7 % hielten Wero unter anderem für eine App zum Währungshandel, eine Geldanlage-App, eine Debit-Kreditkarte aus Holz oder einen Legitimierungsdienst.
Wichtig für die Einordnung: Die 39 % beschreiben nicht die reine Namensbekanntheit, sondern den Anteil derjenigen, die Wero auch inhaltlich richtig einordnen. Umgekehrt wissen 61 % der Befragten nicht, dass Wero ein Zahlungsdienst ist.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bekanntheit um 9 Prozentpunkte gestiegen. Im Juli 2025 wussten erst 30 % der Befragten, dass Wero ein Zahlungsdienst ist. Verivox bewertet den Zuwachs angesichts der ausgeweiteten Werbemaßnahmen der beteiligten Banken als vergleichsweise gering.
In Deutschland wird Wero inzwischen unter anderem von den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, der Deutschen Bank, der Postbank und der ING unterstützt. Auch weitere Institute wie Sparda- und PSD-Banken gehören zum Partnernetzwerk.
Noch deutlicher wird die Lücke bei der tatsächlichen Nutzung. Nur 14 % der Befragten haben ihr Girokonto bislang für Wero freigeschaltet, knapp 7 % haben den Dienst bereits zum Bezahlen oder für Geldtransfers genutzt. Selbst unter den 395 Teilnehmenden, die wussten, was Wero ist, hatten 64,8 % den Bezahldienst noch nicht ausprobiert.
Auch die Erwartungen an die weitere Entwicklung fallen zurückhaltend aus. Fast 58 % bezweifeln, dass Wero zum beliebtesten Bezahldienst Europas aufsteigen kann. Lediglich bei den 18- bis 29-Jährigen glaubt mit 53 % eine knappe Mehrheit an einen langfristigen Erfolg gegenüber der etablierten Konkurrenz aus den USA. Für einen dauerhaften Erfolg „muss Wero beim Erreichen der nächsten Meilensteine jetzt Tempo machen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
Ein Blick auf die Nutzerzahlen zeigt den Abstand zu PayPal: Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss europäischer Banken und Zahlungsdienstleister. Sie zählt für Wero rund 57 Millionen registrierte Nutzer:innen in Belgien, Frankreich und Deutschland, davon 9 Millionen hierzulande. PayPal gibt für Deutschland rund 35 Millionen aktive Kund:innenkonten an.
Wero setzt auf sogenannte Account-to-Account-Zahlungen: Das Geld wird direkt vom Bankkonto der zahlenden Person übertragen. Eine Kredit- oder Debitkarte ist dafür nicht erforderlich. Wero wirbt entsprechend damit, Zahlungen direkt vom Konto und ohne Karte abzuwickeln.
Je mehr Händler:innen Wero im Onlinehandel und künftig auch an der Ladenkasse akzeptieren, desto stärker tritt der Dienst damit auch in Konkurrenz zu klassischen Kartenzahlungen. Noch ist die Reichweite allerdings deutlich begrenzter: Wero ist bereits für Online-Zahlungen verfügbar, Zahlungen im stationären Handel sollen erst noch breiter ausgerollt werden.
Für dich als Nutzer:in einer Kreditkarte bedeutet eine Zahlung mit Wero außerdem, dass kartenspezifische Zusatzleistungen nicht zum Tragen kommen. Dazu können je nach Karte etwa Reiseversicherungen, Cashback oder Bonuspunkte gehören.
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