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Visa-Studie: Vertrauen in Mobile Payment wächst, bei KI bleibt Skepsis

Eine neue repräsentative Befragung im Auftrag von Visa zeigt, wie Verbraucher:innen in Deutschland die Sicherheit beim Bezahlen einschätzen. Während Zwei-Faktor-Authentifizierung und Biometrie für viele zum Alltag gehören und das Vertrauen in Mobile Payment wächst, sind die Vorbehalte gegenüber Zahlungen durch KI-Agenten noch groß.

Visa-Studie: Vertrauen in Mobile Payment wächst, bei KI bleibt Skepsis

73 % nutzen Zwei-Faktor-Authentifizierung

Beim Bezahlen setzt eine große Mehrheit auf zusätzliche Sicherheit. Laut der Visa-Befragung kontrollieren 73 % der Erwachsenen regelmäßig ihre Kontobewegungen, ebenso viele nutzen Zwei-Faktor-Authentifizierung. 55 % schützen ihre Zahlungsdaten zusätzlich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Hinter der hohen Verbreitung der Zwei-Faktor-Authentifizierung steckt allerdings mehr als ein gestiegenes Sicherheitsbewusstsein. Die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2) schreibt bei vielen elektronischen Zahlungen im Europäischen Wirtschaftsraum eine starke Kundenauthentifizierung vor. Online-Kartenzahlungen werden deshalb häufig über das Sicherheitsverfahren 3D-Secure bestätigt. Zusätzliche Authentifizierung ist für viele Karteninhaber:innen somit längst fester Bestandteil des Bezahlens.

Auch bei der Aufklärung über Sicherheitsrisiken zeigt sich eine positive Entwicklung. 64 % der Befragten fühlen sich von ihrer Bank gut über Sicherheit und aktuelle Betrugsmaschen informiert. Im Vorjahr waren es noch 54 %. Gleichzeitig sank der Anteil derjenigen, die eine Zunahme von Betrugsversuchen wahrnehmen, von 82 % auf 78 %.

Vertrauen in Mobile Payment wächst

Besonders deutlich wächst das Vertrauen in das Bezahlen mit Smartphone oder Wearable. 55 % halten Mobile Payment an der Ladenkasse inzwischen für sicher. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor.

Wer bereits mobil bezahlt, ist noch überzeugter. 83 % machen sich kaum Gedanken über die Sicherheit des Bezahlvorgangs. 59 % geben zudem an, Mobile Payment früher skeptischer gegenübergestanden zu haben.

Dabei wird das Smartphone zunehmend zur Finanzzentrale. 44 % nutzen es, um bei verdächtigen Kontoaktivitäten schnell reagieren zu können. 37 % erledigen Zahlungen und ihre Finanzverwaltung fast ausschließlich über das Smartphone.
Auch bei der Kommunikation mit der Bank gewinnt die App an Bedeutung. 49 % möchten Hinweise ihrer Bank bevorzugt über die Banking-App erhalten. E-Mails sind lediglich für 23 % der bevorzugte Kommunikationsweg.

Bei Finanzthemen stößt KI auf Skepsis

Bei KI hört die Offenheit für viele dort auf, wo es ums eigene Geld geht. Zwar können sich 63 % grundsätzlich vorstellen, Aufgaben an einen KI-Agenten abzugeben. Versicherungen und Finanzprodukte von einer KI verwalten zu lassen, kommt für 68 % jedoch „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“ infrage. Bei der KI-gestützten Geldanlage sind sogar 86 % skeptisch.

Das ist gerade mit Blick auf sogenannte KI-Agenten interessant. Sie sollen künftig nicht nur Produkte suchen und vergleichen, sondern auch Einkäufe im Namen der Nutzer:innen erledigen können. Beim sogenannten Agentic Commerce, bei dem KI-Agenten Teile des Einkaufs bis hin zur Zahlung selbstständig übernehmen, möchten viele die Kontrolle jedoch nicht aus der Hand geben. 49 % wollen jede einzelne Zahlung persönlich freigeben. Bei wiederkehrenden Zahlungen wie Abonnements möchten 43 % weiterhin selbst entscheiden.

Auch bei den Zahlungsdaten ziehen viele eine klare Grenze. 61 % wollen verhindern, dass KI-Agenten unkontrolliert darauf zugreifen können. Für 52 % ist zudem wichtig, dass persönliche Daten nicht gesammelt oder weitergegeben werden. KI darf also helfen, beim eigenen Geld wollen viele aber weiterhin das letzte Wort haben.

Visa testet Zahlungen durch KI-Agenten bereits in Europa

Die Zurückhaltung trifft auf eine Technologie, die Visa bereits in Europa vorantreibt. Anfang Juli 2026 gab das Unternehmen bekannt, gemeinsam mit mehr als 30 europäischen Banken Zahlungen durch KI-Agenten im Handel zu erproben. Dabei können die Agenten im Namen von Karteninhaber:innen bei teilnehmenden Händler:innen einkaufen.

Nutzer:innen sollen dabei unter anderem festlegen können, wie viel ein KI-Agent ausgeben darf und für welche Produktkategorien Käufe erlaubt sind. Solche Vorgaben sollen dafür sorgen, dass die Kontrolle über hinterlegte Zahlungsmittel bei den Karteninhaber:innen bleibt.

Erfahrung schafft Vertrauen

Insgesamt zeichnet die Visa-Befragung ein zweigeteiltes Bild. Etablierte digitale Bezahlverfahren werden zunehmend als sicher wahrgenommen, während Verbraucher:innen bei neuen, stärker automatisierten Zahlungsformen vorsichtiger sind.

Beim Mobile Payment scheint vor allem die praktische Erfahrung das Vertrauen zu stärken. KI-Agenten müssen sich dieses Vertrauen dagegen erst erarbeiten. Dass viele Befragte Zahlungen weiterhin selbst freigeben und den Zugriff auf ihre Zahlungsdaten begrenzen möchten, zeigt, worauf es beim Agentic Commerce aus Sicht der Verbraucher:innen besonders ankommt: Kontrolle.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 31. August 2026

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