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Visa baut Cybersicherheit aus: KI soll Sicherheitslücken schneller erkennen

Visa verstärkt sein Engagement im Bereich Cybersicherheit. Dafür entwickelt der Zahlungsdienstleister ein KI-basiertes Werkzeug zur Erkennung von Schwachstellen weiter und erweitert zugleich sein Beratungsangebot für Unternehmen.

Visa baut Cybersicherheit aus: KI soll Sicherheitslücken schneller erkennen

KI soll Sicherheitslücken finden und bei der Behebung helfen

Sicherheitslücken in Software können für Banken und Zahlungsdienstleister zum Problem werden, wenn Kriminelle sie entdecken und ausnutzen. Visa setzt deshalb verstärkt auf künstliche Intelligenz, um solche Schwachstellen schneller aufzuspüren und zu beheben.

Dafür hat das Unternehmen das sogenannte „Visa Vulnerability Agentic Harness“, kurz VVAH, weiterentwickelt. Hinter dem Namen steckt ein frei verfügbares Software-Werkzeug, das Sicherheitsteams bei mehreren Arbeitsschritten unterstützen soll. Es sucht nach möglichen Schwachstellen, bewertet deren Dringlichkeit und schlägt Maßnahmen zur Behebung vor. Anschließend kann das System überprüfen, ob die vorgeschlagene Korrektur tatsächlich funktioniert.

Funktioniert eine vorgeschlagene Lösung nicht wie vorgesehen, soll das System die Ergebnisse der Prüfung berücksichtigen und einen verbesserten Vorschlag entwickeln. Visa bezeichnet dieses Verfahren als „Closed Loop Remediation“. Dadurch kann VVAH auf bereits gewonnenen Erkenntnissen aufbauen, statt den Lösungsprozess jedes Mal neu zu starten.

Visa stellt VVAH als Open-Source-Software bereit. Das bedeutet, dass der Programmcode öffentlich zugänglich ist und von Entwickler sowie Sicherheitsteams eingesehen, angepasst und für eigene Anwendungen genutzt werden kann. Der Zahlungsdienstleister veröffentlichte den Code im Juni 2026 und gibt an, dass das Werkzeug seitdem von Zehntausenden Entwickler weltweit heruntergeladen wurde.

Mit der neuen Version wird das System außerdem flexibler bei der Wahl der eingesetzten KI. Neben Modellen von Anthropic lassen sich nun auch Modelle von OpenAI sowie weitere kompatible Systeme anbinden. Bei länger laufenden Prüfungen zeigt VVAH auf Wunsch zudem an, wie weit der Vorgang bereits fortgeschritten ist.

Entstanden ist VVAH im Zusammenhang mit „Project Glasswing“, einer von Anthropic gestarteten Initiative zur Erforschung von KI in der Cybersicherheit. Vollständig autonom soll das System jedoch nicht arbeiten. Sicherheitsteams müssen vorgeschlagene Änderungen weiterhin prüfen, bevor diese übernommen werden.

Visa bietet zusätzliche Cybersecurity-Beratung an

Visa beschränkt sich nicht auf die Weiterentwicklung der Software. Auch die Beratungssparte Visa Consulting & Analytics erweitert ihr Angebot für Unternehmen, Banken und andere Organisationen.

Künftig bietet das Unternehmen unter anderem Schulungen für Führungskräfte zu künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit an. Unternehmen können außerdem untersuchen lassen, wie gut sie bereits gegen Cyberangriffe aufgestellt sind und an welchen Stellen Verbesserungsbedarf besteht. Ein weiteres Angebot hilft dabei, bestehende Sicherheitsrisiken zu bewerten, Prioritäten zu setzen und konkrete Maßnahmen für die Zukunft festzulegen.

Rajat Taneja, Technologie-Präsident bei Visa, verweist darauf, dass KI die Zeit zwischen der Entdeckung einer Schwachstelle und ihrer möglichen Ausnutzung verkürzt. Aus Sicht des Unternehmens müssen Sicherheitsmaßnahmen deshalb schneller greifen und bekannte Schwachstellen möglichst zügig behoben werden.

Was bedeutet das für Karteninhaber:innen?

Für Inhaber:innen von Kreditkarten ändern sich durch die neuen Angebote zunächst keine Funktionen oder Sicherheitsmerkmale ihrer Zahlungskarte. Visa richtet die neuen Angebote in erster Linie an Banken, Zahlungsdienstleister und weitere Unternehmen.

Mittelbar könnte sich daraus dennoch ein Vorteil ergeben, wenn Finanzunternehmen Sicherheitslücken in ihren Systemen tatsächlich schneller erkennen und schließen. Der US-Konzern gibt an, dass sich die Zeit von der Entdeckung bis zur Behebung bestimmter Schwachstellen in einzelnen Fällen von Wochen auf Stunden verkürzen könne.

Noch ist offen, wie groß der praktische Nutzen der neuen KI-Werkzeuge tatsächlich sein wird. Klar ist aber: Visa setzt bei der Absicherung digitaler Zahlungssysteme zunehmend auf automatisierte und KI-gestützte Verfahren.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026

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