Künstliche Intelligenz spielt beim Einkaufen für viele Jugendliche in Deutschland bereits eine wichtige Rolle. Eine neue Mastercard-Studie zeigt, dass 13- bis 18-Jährige KI deutlich häufiger für Produktsuche, Auswahl und Kaufentscheidungen nutzen als ihre Eltern.
Ob Produktsuche, Preisvergleich oder Kaufentscheidung: Laut einer neu veröffentlichten Mastercard-Studie haben 79,9 % der befragten Jugendlichen in Deutschland innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einmal KI zur Produktrecherche eingesetzt. Bei der regelmäßigen Produktsuche, Auswahl und Kaufentscheidung greifen sie etwa doppelt so häufig auf die Technologie zurück wie ihre Eltern.
Auch für die kommenden Jahre erwarten viele Jugendliche einen wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf ihr Einkaufsverhalten. Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass KI verändern wird, wie ihre Generation künftig einkauft. Fast jede:r Dritte rechnet damit, dass KI in den nächsten Jahren zu einer der wichtigsten Einkaufsformen zählen wird. Damit könnte sich auch verändern, welche Rolle die Kreditkarte beim digitalen Einkauf spielt.
Die Ergebnisse stammen aus dem Mastercard-Report „A Short History of the Future of Shopping and Payments“. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Opinium wurden dafür im Juni und Juli 2026 insgesamt 13.000 Eltern-Kind-Paare in 13 Ländern befragt.
Mit der zunehmenden Nutzung wächst auch die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit der Technologie. 84,7 % der deutschen Jugendlichen halten es für wichtig oder sehr wichtig, zu verstehen, wie KI funktioniert. Auch digitale Kompetenz und Online-Sicherheit spielen für Jugendliche und ihre Eltern eine große Rolle.
Das dürfte besonders relevant werden, wenn KI nicht mehr nur Produkte findet, sondern stärker in Kaufentscheidungen eingreift. Empfehlungen können fehlerhaft sein oder von kommerziellen Interessen beeinflusst werden. Gerade bei minderjährigen Nutzer:innen kommt es deshalb darauf an, Ergebnisse kritisch einordnen und nachvollziehen zu können, warum bestimmte Produkte vorgeschlagen werden.
Noch einen Schritt weiter gehen KI-Agenten, die nicht nur beraten, sondern im Auftrag der Nutzer:innen selbstständig Einkäufe und Zahlungen ausführen sollen. Dabei können zuvor festgelegte Vorgaben bestimmen, was der Agent kaufen darf und wie viel er ausgeben kann. Für die Bezahlung kann beispielsweise eine Kredit- oder Debitkarte als Zahlungsmittel hinterlegt sein. Mit „Agent Pay“ bereitet Mastercard bereits eine eigene Zahlungsinfrastruktur für solche Anwendungen vor.
Dass sich ein Teil der Verbraucher:innen solche Formen des Agentic Commerce grundsätzlich vorstellen kann, zeigte bereits eine frühere Mastercard-Befragung.
Der Generationenunterschied zeigt sich damit nicht erst in Zukunftsszenarien, sondern schon beim heutigen Einkaufsverhalten. Wie viel Verantwortung Jugendliche künftig tatsächlich an KI abgeben wollen, lässt die Studie offen.
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