Revolut hat in London erstmals eine neue Bezahlmethode getestet, bei der weder Karte noch Smartphone benötigt werden. Vom 24. bis 26. September konnten Kund:innen in ausgewählten Cafés mit „Pay with Smile“ bezahlen, indem sie in die Kamera des Kassenterminals blickten. Ob Revolut die Funktion künftig breiter ausrollt, ist derzeit noch offen.
Revolut hat mit „Pay with Smile“ eine neue Form des Bezahlens am Point of Sale getestet. Dafür setzt das Fintech auf sein eigenes Kassensystem Revolut Register. Kund:innen blicken zur Bestätigung der Zahlung lediglich in die Kamera des Terminals. Anschließend prüft Revolut die Identität und wickelt die Zahlung bei erfolgreicher Erkennung über Revolut Pay ab. Trotz des Namens ist dafür kein tatsächliches Lächeln nötig. Ein Blick in die Kamera genügt.
Vor der ersten Nutzung musste „Pay with Smile“ in der Revolut-App aktiviert werden. Voraussetzung war unter anderem die ausdrückliche Zustimmung zur Verarbeitung biometrischer Daten. Optional ließ sich zusätzlich ein eigener 4-stelliger Code für die Funktion einrichten.
Anders als bei einer klassischen Kartenzahlung kam dabei keine Visa– oder Mastercard-Karte zum Einsatz. Die Zahlung lief stattdessen über Revolut Pay.
Der dreitägige Test fand vom 24. bis 26. September 2026 in den Kiss-the-Hippo-Cafés in Bloomsbury, Soho und Chelsea statt. Kund:innen konnten dort über ein spezielles Aktionsmenü einen Kaffee für 1 Pfund kaufen und erhielten für Zahlungen mit „Pay with Smile“ 3-fache RevPoints.
Wie häufig die neue Bezahlmethode tatsächlich genutzt wurde und wie zuverlässig die Gesichtserkennung im Alltag funktionierte, hat Revolut bislang nicht veröffentlicht.
Kiss the Hippo hatte bereits vor dem Test angekündigt, die Technologie noch 2026 auf alle 12 Standorte ausweiten zu wollen. Ob und wann dieser Rollout tatsächlich erfolgt, ist bislang offen.
Auch für Händler soll das neue Verfahren Vorteile bieten. Für „Pay with Smile“-Transaktionen über Revolut Register verlangt Revolut nach eigenen Angaben keine Bearbeitungsgebühr.
Da bei „Pay with Smile“ Gesichtsdaten verarbeitet werden, spielt auch der Datenschutz eine wichtige Rolle. Die Nutzung der Funktion ist freiwillig und muss aktiv freigeschaltet werden.
Beim Bezahlvorgang nimmt das Terminal ein Foto auf und erstellt daraus biometrische Daten zur Identitätsprüfung. Die für den jeweiligen Abgleich erzeugten Daten werden laut Revolut anschließend gelöscht.
Das ursprüngliche Foto kann jedoch weiterhin in den Cloud-Systemen von Revolut gespeichert werden. Nach Angaben des Unternehmens dient dies unter anderem der Betrugsprävention und der Klärung möglicher Zahlungsstreitigkeiten.
Dass Revolut „Pay with Smile“ nach dem Londoner Pilotversuch breiter ausrollt, gilt als wahrscheinlich. Einen Start in Deutschland oder anderen EU-Ländern hat das Unternehmen bislang jedoch nicht angekündigt.
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