Seit heute kannst du im Onlineshop von dm auch mit Wero bezahlen. Damit nimmt einer der umsatzstärksten deutschen Onlinehändler den europäischen Bezahldienst in den Checkout auf, der bislang vor allem für Überweisungen zwischen Privatpersonen bekannt ist. Für Wero ist der Schritt vor allem deshalb bedeutsam, weil der Dienst im Onlinehandel gegen deutlich etabliertere Bezahlverfahren antritt.
Wero ergänzt seit heute den Checkout im deutschen dm-Onlineshop und steht dort als zusätzliche Zahlungsart zur Verfügung. Bestehende Verfahren wie Kreditkarte, PayPal, Apple Pay und Google Pay bleiben unverändert erhalten.
Perspektivisch könnte Wero auch in den stationären dm-Filialen eingeführt werden. Voraussetzung dafür ist laut Unternehmen, dass der Bezahldienst online ausreichend genutzt wird. Als Ziel nennt dm einen Anteil von rund 5 % an den Zahlungen innerhalb der ersten sechs bis zwölf Monate.
Wero basiert auf sogenannten Account-to-Account-Zahlungen. Das Geld wird dabei direkt von deinem Bankkonto auf das Konto des Händlers übertragen. Ein separates Guthaben musst du nicht aufladen, auch eine Kredit- oder Debitkarte ist für die Zahlung nicht erforderlich. Nach Anbieterangaben soll sich eine Onlinezahlung in weniger als zehn Sekunden abschließen lassen.
Voraussetzung ist, dass deine Bank Wero unterstützt. Bei vielen Instituten lässt sich der Dienst direkt in der Banking-App aktivieren, alternativ gibt es eine eigene Wero-App. Kaufst du am Smartphone ein, wird die Zahlung zur Freigabe an die entsprechende App weitergeleitet. Am PC oder Notebook erfolgt die Bestätigung über einen QR-Code, den du mit dem Smartphone scannst und anschließend freigibst.
Für Kreditkartennutzer:innen ist vor allem relevant, dass bei einer Wero-Zahlung keine Karte zum Einsatz kommt. Kartenbezogene Vorteile wie Cashback, Meilen, Punkte, Versicherungsleistungen oder ein späteres Zahlungsziel können daher entfallen. PAYBACK Punkte sammelst du bei dm dagegen unabhängig von der gewählten Zahlungsart.
Wero und Kreditkarten decken zudem unterschiedliche Einsatzbereiche ab. Kreditkarten punkten je nach Produkt mit internationaler Akzeptanz, der Nutzung bei Mietwagenbuchungen und Hotelreservierungen sowie möglichen Zusatzleistungen wie Reiseversicherungen oder Bonusprogrammen. Wero ist dagegen auf teilnehmende Banken und Händler:innen beschränkt und auf direkte Zahlungen vom Girokonto ausgerichtet.
Der Start bei dm reiht sich in eine Reihe weiterer Erweiterungen ein. Wero ist seit Juli 2024 aktiv und seit November 2025 auch für Zahlungen im Onlinehandel nutzbar. Nach Angaben der European Payments Initiative, kurz EPI, die hinter dem Dienst steht, bieten inzwischen rund 600 Händler:innen in Deutschland und Belgien Wero an. Lidl und Decathlon haben die Zahlungsart Ende Juli 2026 in ihre deutschen Onlineshops aufgenommen.
Parallel wächst das Netz der teilnehmenden Banken. Zu den frühen Unterstützern zählten die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken. Inzwischen sind unter anderem auch Deutsche Bank, Postbank und ING beteiligt. N26 hat Wero Anfang August 2026 in Deutschland und Frankreich eingeführt, zunächst allerdings für Echtzeitüberweisungen zwischen Privatpersonen. Nicht jede teilnehmende Bank unterstützt damit automatisch auch Wero-Zahlungen im Onlinehandel.
Bei der Reichweite bleibt weiterhin Abstand zu etablierten Anbietern. Die EPI nennt rund 57 Millionen registrierte Nutzer:innen in Belgien, Frankreich und Deutschland, davon etwa 9 Millionen in Deutschland. PayPal kommt hierzulande nach eigenen Angaben auf rund 35 Millionen aktive Konten. Beide Werte lassen sich allerdings nicht direkt vergleichen, da Registrierungen und aktive Nutzung unterschiedliche Kennzahlen sind.
Auch bei der Bekanntheit hat Wero noch Aufholbedarf. In einer im Juli 2026 durchgeführten Umfrage unter 1.002 Personen konnten 39 % Wero korrekt als Zahlungsdienst einordnen. Für Händler:innen dürfte daneben auch die Kostenseite eine Rolle spielen. Nach Erhebungen des EHI Retail Institute verlangt PayPal im Schnitt 1,94 % des Umsatzes.
Mit dm gewinnt Wero einen weiteren reichweitenstarken Händler im deutschen Onlinehandel. Ob der Bezahldienst dadurch spürbar an Nutzung und Bekanntheit gewinnt, dürfte vor allem davon abhängen, wie viele Kund:innen die neue Zahlungsoption tatsächlich verwenden.
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