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Nach Datenleck: Kriminelle erpressen Revolut-Kund:innen direkt

Nach dem Datenabfluss bei Revolut sollen Kriminelle inzwischen einzelne Betroffene erpressen. Medienberichten zufolge drohen sie mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf persönlicher Daten und Angaben zu Kryptobeständen. Zuvor hatten die mutmaßlichen Angreifer bereits eine Millionenforderung an die Neobank gerichtet.

Nach Datenleck: Kriminelle erpressen Revolut-Kund:innen direkt

Kriminelle setzen einzelne Kund:innen unter Druck

Die Täter sollen Betroffene gezielt mit Informationen zu ihren Namen, Wohnanschriften und Kryptobeständen unter Druck setzen. Gegen eine Zahlung versprechen sie offenbar, auf eine weitere Verbreitung der Daten zu verzichten. Einzelne Informationen sollen allerdings bereits veröffentlicht worden sein.

Wie viele Kund:innen eine persönliche Zahlungsaufforderung erhalten haben und welche Beträge verlangt werden, ist bislang unklar. Die Zahl von 680 Betroffenen bezieht sich auf den ursprünglichen Datenabfluss. Wie viele davon persönlich erpresst werden, ist nicht bekannt.

Millionenforderung an Revolut blieb offenbar erfolglos

Die direkten Erpressungsversuche folgen auf die öffentlich gewordene Lösegeldforderung von 3 Millionen US-Dollar. Die Gruppe „iamnotavillain“ hatte Revolut im September eine Frist von 24 Stunden gesetzt und eine Zahlung in der Kryptowährung Monero verlangt. Andernfalls sollten die erlangten Informationen an andere Kriminelle verkauft werden.

Revolut soll der Forderung nicht nachgekommen sein. Die Bank hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, bis dahin weder direkten Kontakt mit der Gruppe gehabt noch eine direkte Zahlungsaufforderung erhalten zu haben.

Ausgangspunkt waren gefälschte Behördenanfragen, mit denen Kriminelle Revolut zur Herausgabe vertraulicher Kundendaten brachten. Dafür nutzten sie laut dem italienischen Innenministerium ein gehacktes E-Mail-Konto der Präfektur Reggio Calabria. Weil die Anfragen von einer echten Behördenadresse kamen, hielt Revolut sie zunächst für glaubwürdig.

Insgesamt waren 680 Kund:innen betroffen. Die meisten sollen in Frankreich und der Schweiz leben. Nach Angaben der Angreifer, die sich über Telegram mit der Financial Times austauschten, waren auch Personen mit Wohnsitz in Deutschland, Großbritannien und Spanien betroffen.

Offengelegte Daten erhöhen das Betrugsrisiko

Je nach Konto können Namen, Adressen und Ausweiskopien in fremde Hände gelangt sein, möglicherweise auch Selfies zur Identitätsprüfung, Kontoauszüge und Angaben zu früheren Zahlungen. Kriminelle könnten diese Informationen nutzen, um fremde Identitäten zu missbrauchen oder Betroffene gezielt zu täuschen. Wer persönliche Details und Kontobewegungen kennt, kann sich beispielsweise glaubwürdiger als Mitarbeiter der Bank ausgeben.

Nach Unternehmensangaben waren Revoluts eigene Systeme und Kundengelder von dem Vorfall nicht betroffen. Die Bank erklärte zudem, betroffene Personen informiert und zuständige Behörden eingeschaltet zu haben.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026

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