Mollie hat die im vergangenen Jahr angekündigte Übernahme von GoCardless abgeschlossen. Damit bringt der Zahlungsdienstleister Kartenzahlungen und bankbasierte Verfahren wie Lastschrift, Open Banking und Pay by Bank enger zusammen.
Mollie ist vor allem für Karten- und lokale Zahlungsmethoden bekannt, darunter iDEAL, Satispay und Twint. GoCardless ergänzt das Angebot um Lastschriften, Open Banking und Pay by Bank. Bei letzterem wird der Betrag direkt vom Bankkonto überwiesen, eine Kredit- oder Debitkarte ist nicht erforderlich.
Durch den Zusammenschluss kann Mollie Händler:innen damit ein breiteres Spektrum an Zahlungswegen über eine Plattform anbieten. Gemeinsam bedienen beide Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 350.000 Geschäftskundschaften in über 30 Märkten. GoCardless bleibt zunächst als „GoCardless, ein Unternehmen der Mollie-Gruppe“ bestehen und wird weiterhin von Mitgründer Hiroki Takeuchi geführt.
Bankbasierte Verfahren können vor allem bei wiederkehrenden Zahlungen wie Abonnements oder Mitgliedsbeiträgen interessant sein. Lastschriften sind hier bereits etabliert, GoCardless will darüber hinaus wiederkehrende Pay-by-Bank-Zahlungen ausbauen.
Für Händler:innen können solche Verfahren eine zusätzliche Möglichkeit sein, Zahlungen direkt über das Bankkonto der Kundschaft abzuwickeln. Kredit- und Debitkarten werden dadurch jedoch kurzfristig nicht verdrängt. Sie bleiben insbesondere im internationalen Zahlungsverkehr sowie im Online- und stationären Handel weit verbreitet.
Der Zusammenschluss erweitert vielmehr den Zahlungsmix: Mollie kann künftig klassische Kartenzahlungen, lokale Bezahlverfahren und bankbasierte Zahlungen stärker innerhalb eines Angebots bündeln. Händler:innen erhalten dadurch mehr Auswahl, welches Verfahren sie ihrer Kundschaft im Checkout anbieten.
Unmittelbare Änderungen soll es zunächst nicht geben. Mollie zufolge bleiben Dienstleistungen, Ansprechpartner:innen und Verträge für bestehende Kundschaften beider Anbieter vorerst unverändert. Die Integration soll schrittweise erfolgen. Einen konkreten Zeitplan für die Zusammenführung der Angebote nennt das Unternehmen bislang nicht.
Der Deal zeigt, wohin sich der Payment-Markt entwickelt: Zahlungsdienstleister bündeln zunehmend verschiedene Zahlungsarten und Finanzservices in einem Angebot. Kreditkarten bleiben dabei wichtig, während Pay by Bank und andere direkte Bankzahlungen zusätzliche Optionen im Checkout schaffen.
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