Lange Zeit galt Deutschland beim bargeldlosen Bezahlen als zurückhaltend. Das aktuelle „EPI European Payment Barometer 2025“ zeigt jedoch, dass sich das Zahlungsverhalten spürbar verändert. Mobile Bezahlmethoden gewinnen an Relevanz, sowohl im Alltag als auch beim Online-Shopping.
Laut der zweiten Ausgabe des „EPI European Payment Barometer 2025“ von Kantar nutzt inzwischen jede dritte Person in Deutschland mindestens einmal pro Woche eine mobile Bezahl-App. Rund 10 % zahlen sogar täglich mit Smartphone oder Smartwatch. Der Trend beschleunigt sich: Während 2024 lediglich 5 % täglich mobil zahlten, sind es 2025 bereits 11 % im stationären Handel und 8 % online.
Im E-Commerce zeigen sich digitale Zahlungsmethoden besonders stark. 42 % der Befragten bevorzugen Online-Zahlungen, davon 34 % per App und 23 % über digitale Wallets. Klassische Bezahlarten bleiben parallel relevant: 37 % zahlen online mit Kreditkarte, 23 % per Banküberweisung.
Im stationären Handel bleibt Bargeld mit 73 % wöchentlicher Nutzung weiterhin die meistgenutzte Zahlungsart. Gleichzeitig greifen bereits 50 % regelmäßig zu kontaktlosen, digitalen Alternativen. 34 % zahlen per App, 19 % nutzen digitale Wallets auf dem Smartphone oder der Smartwatch.
Besonders hoch ist die Bereitschaft bei den jüngeren Generationen. 64 % der unter 25-Jährigen, die bislang keine mobilen Zahlungen genutzt haben, möchten dies künftig tun. Auch unter den bisherigen Nicht-Nutzenden insgesamt zeigt sich Potenzial: 14 % haben noch keine mobile Bezahl-App verwendet, 39 % von ihnen zeigen Interesse, 11 % mit konkreter Nutzungsabsicht. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt von 32 %.
Ein zentraler Faktor für die wachsende Akzeptanz ist das Vertrauen in die Technologie. 74 % der Befragten empfinden mobiles Bezahlen als einfach, 69 % stufen es als sicher ein. Damit verlieren frühere Vorbehalte zunehmend an Bedeutung.
Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) zeigt sich offen für Wero, eine gemeinschaftliche Bezahllösung von über 16 europäischen Banken im Rahmen der European Payments Initiative. 19 % haben sich bereits für den Dienst entschieden. Wero stand zunächst für Echtzeit-Zahlungen zwischen Privatpersonen zur Verfügung und wird seit Ende 2025 auch im E-Commerce eingesetzt.
Die technische Basis von Wero gilt als State-of-the-Art, zudem wird eine geringere Abhängigkeit von großen US-Technologiekonzernen als zusätzlicher Vorteil gesehen. Entscheidend bleibt jedoch die Verbreitung, da etablierte Bezahlverfahren wie PayPal, Google Pay und Apple Pay tief im Alltag verankert sind. Entsprechend werden zusätzliche Funktionen als wichtiger Anreiz gesehen, etwa integrierte Bonusprogramme und Cashback, personalisierte Händleraktionen oder automatisch hinterlegte Rabatte beim Bezahlen.
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