Viele Reisende erwarten von Mobile Wallets inzwischen mehr als kontaktloses Bezahlen. Gefragt sind zunehmend auch Buchungen, Tickets und KI-Unterstützung direkt innerhalb der App. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Funktionen besonders wichtig werden und wo weiterhin Vorbehalte bestehen.
Ob Restaurantbesuch, Shopping oder Fahrkarte: Viele Reisende greifen unterwegs zum Smartphone. Laut einer gemeinsamen Studie des Zahlungsnetzwerks Alipay+ und des Finanzdaten- und Analyseanbieters S&P Global bezahlen 63 % der Befragten den Großteil ihrer Ausgaben auf Reisen per QR-Code oder NFC. Insgesamt wurden dafür 6.000 Verbraucher:innen aus neun Märkten in Asien, Europa und den USA befragt.
Viele Reisende erwarten von ihrer Wallet inzwischen deutlich mehr als eine reine Bezahlfunktion. Besonders gefragt sind Restaurantreservierungen mit Bezahlmöglichkeit, gebündelte Reisebuchungen sowie Tickets für Attraktionen und den Nahverkehr. Am häufigsten genannt wurden Restaurantreservierungen innerhalb der App, für die sich 61 % der Befragten interessieren.
Auch klassische finanzielle Vorteile bleiben wichtig. Dazu zählen vor allem Rewards, Cashback, günstige Wechselkurse und eine bessere Übersicht über die eigenen Ausgaben. Insgesamt deutet sich damit eine Entwicklung an, bei der Mobile Wallets zunehmend von reinen Zahlungsanwendungen zu umfassenderen Reise- und Serviceplattformen werden.
Bei den Zahlungsgewohnheiten zeigen sich allerdings regionale Unterschiede. In China, Malaysia und Thailand sind QR-basierte Zahlungen besonders beliebt. Reisende aus Deutschland, Großbritannien und den USA bevorzugen dagegen häufiger NFC-basierte Wallets, die mit einer Karte verknüpft sind. Bei Buchungen vor Reisebeginn dominieren weiterhin Kreditkarten, insbesondere bei Reisenden aus Deutschland und den USA.
Trotz der zunehmenden Wallet-Nutzung ist das Bezahlen im Ausland für viele Reisende noch nicht reibungslos. 62 % äußern Bedenken hinsichtlich der Transaktionssicherheit. Hinzu kommen Unsicherheiten bei Wechselkursen und Gebühren, ungewohnte Abläufe an Zahlungsterminals sowie die Frage, ob das bevorzugte Zahlungsmittel überhaupt akzeptiert wird.
Probleme können zudem schon vor Reiseantritt auftreten, etwa wenn sich die gewünschte Zahlungsmethode bei einer Buchung nicht nutzen lässt. Jede:r vierte Befragte nimmt deshalb weiterhin Bargeld als Absicherung mit.
In Deutschland spielt außerdem die Verlässlichkeit des Bezahlvorgangs eine besondere Rolle. Gemeinsam mit Befragten aus Japan legen deutsche Verbraucher:innen laut der Untersuchung vergleichsweise großen Wert auf Sicherheit, Transparenz und vorhersehbare Zahlungsabläufe.
Auch künstliche Intelligenz gewinnt bei der Reiseplanung an Bedeutung. 81,3 % der Befragten nutzen bereits KI-basierte Tools, um Reiseziele und Erlebnisse zu entdecken. Auch für Buchungen, Umbuchungen, Zahlungen und aktuelle Reiseinformationen sehen viele einen Nutzen in KI-Unterstützung.
Deutlich zurückhaltender sind die Befragten jedoch, wenn KI eigenständige Entscheidungen treffen oder näher an Zahlungen rücken soll. Nur 26 % zeigen daran Interesse. Datenschutzbedenken und der Wunsch, die Kontrolle über die eigene Reiseplanung zu behalten, bleiben wichtige Hürden. Die Ergebnisse zeigen damit eine klare Grenze zwischen KI als unterstützendem Reiseassistenten und Systemen, denen Nutzer:innen mehr Kontrolle über finanzielle Entscheidungen überlassen.
Auch wenn Mobile Wallets mehr Funktionen übernehmen, bleiben Kreditkarten relevant. Besonders in Deutschland sind Wallets häufig mit einer Kredit- oder Debitkarte verknüpft. Damit verschiebt sich vor allem die Schnittstelle, über die Reisende bezahlen, buchen und weitere Services nutzen.
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