Das Bezahlen per Smartphone gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Verivox-Umfrage zeigt: Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat bereits mindestens einmal mit dem Handy an der Ladenkasse bezahlt – und viele greifen inzwischen regelmäßig darauf zurück.
Laut der Verivox-Erhebung haben 36 % der Befragten bereits ein mobiles Bezahlverfahren im Geschäft genutzt. Bei 21 % liegt der letzte Vorgang höchstens eine Woche zurück, bei 31 % im vergangenen Monat. „Das Bezahlen mit dem Smartphone geht schnell und ist bequem. Außerdem haben sehr viele Menschen ihr Mobiltelefon selbst dann dabei, wenn die Brieftasche zu Hause bleibt“, sagte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Für kleinere Einkäufe habe sich das Handy bereits bei etwa jede:r Siebten (14 %) zum bevorzugten Zahlungsmittel entwickelt.
Die Umfrage zeigte Unterschiede zwischen den Bildungsgruppen. Akademiker:innen nutzen Mobile Payment überdurchschnittlich häufig: 20 % zahlen bevorzugt mit dem Handy. Unter Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss liegt der Anteil dagegen nur bei 9 %.
Bei der Wahl des Zahlungsdienstes zeigt sich eine klare Tendenz: 50 % der Befragten vertrauen am stärksten auf die Bezahl-Apps ihrer Bank oder Sparkasse. Deutlich weniger Zuspruch erhalten internationale Anbieter; Apple Pay (15 %) und Google Pay (11 %) gelten nur für gut ein Viertel der Befragten als vertrauenswürdigste Lösung.
Auf Android-Smartphones bieten Banken vielfältige Lösungen an: Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken oder auch die Targobank stellen eigene Bezahl-Apps bereit, während andere Institute die Funktion direkt in ihre Banking-Apps integriert haben. Dadurch können Android-Nutzende zwischen mehreren Angeboten wählen und sind nicht auf einen einzelnen Dienst angewiesen.
Bei iPhones sieht es anders aus: Hier ist mobiles Bezahlen weiterhin eng mit Apple Pay gekoppelt. Zwar lassen sich inzwischen über Umwege wie die PayPal-App auch andere Dienste nutzen, doch bleibt die Flexibilität im Vergleich zu Android eingeschränkt. Langfristig könnte sich mit dem europäischen Bezahldienst Wero jedoch eine Alternative entwickeln, die für mehr Wettbewerb sorgt. Wero will Banken, Sparkassen und Genossenschaftsinstitute europaweit vernetzen und so ein Gegengewicht zu den dominierenden US-Anbietern schaffen. Damit könnte sich erstmals eine Lösung etablieren, die sowohl für Android- als auch für iOS-Geräte einheitlich funktioniert und die Abhängigkeit von Apple Pay und anderen US-Zahlungsdiensten reduziert.
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