Die Nutzung digitaler Bezahlmethoden in Deutschland legt weiter spürbar zu. Neue Zahlen von Visa zeigen, dass sowohl Transaktionen als auch Kartenbestände im vergangenen Jahr deutlich gewachsen sind. Vor allem Debitkarten treiben die Entwicklung.

Visa blickt auf ein starkes Jahr im deutschen Zahlungsmarkt: 2025 legten die Transaktionen um 26 % zu, während das Zahlungsvolumen um 17 % anstieg. „Wir haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Fortschritt beim digitalen Bezahlen in Deutschland verzeichnet“, sagte Albrecht Kiel, Zentraleuropa-Chef von Visa am Mittwoch.
Auch strukturell habe sich das Zahlungsverhalten verändert. Die vergangenen Jahre zeigten laut Kiel, dass digitale Zahlungen zunehmend zum Alltag gehören. Als zentraler Wachstumstreiber gelten insbesondere Debitkarten, die sowohl im stationären Handel als auch online und mobil eingesetzt werden können.
Die Zahl der ausgegebenen Debit Kreditkarten mit Visa-Logo stieg innerhalb eines Jahres um rund 4 Millionen auf mehr als 21 Millionen. Damit hat sich der Bestand seit der Einführung im Jahr 2019 vervielfacht. Inzwischen geben 21 Banken und andere Zahlungsdienstleister entsprechende Karten heraus.
Das Wachstum wird auch durch neue Marktteilnehmer gestützt. So bieten unter anderem Neobroker wie Trade Republic ihren Kund:innen Debitkarten an. Diese Entwicklung spiegelt sich laut Kiel deutlich in den Nutzungszahlen wider, da insbesondere Direkt- und Neobanken stark wachsen.
Parallel zur steigenden Nachfrage wächst auch die Akzeptanz im Handel. Die Zahl der Visa-Terminals stieg 2025 um 350.000 auf rund 1,9 Millionen. Innerhalb von 3 Jahren hat sich die Zahl der Unternehmen, die Visa akzeptieren, sogar verdoppelt.
„Es gibt kaum noch Einstiegshürden für Kartenakzeptanz“, erklärte Kiel. „Ein Smartphone mit einer entsprechenden App genügt.“ Bereits mehr als 100.000 solcher Geräte sind in deutschen Unternehmen im Einsatz.
Auch die Bargeldversorgung über den Handel wurde ausgebaut: In rund 17.000 Geschäften ist inzwischen das Abheben von Bargeld mit Visa Karten möglich, ein Plus von etwa 31 % im Jahresvergleich.
Trotz wachsender Nutzung konnte die Betrugsrate weiter gesenkt werden. Visa setzt dafür verstärkt auf technologische Lösungen, darunter KI-gestützte Systeme wie „Visa Network Defense“. Diese wurden zuletzt um zusätzliche Funktionen erweitert, um komplexere Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen.
Zudem kommt bei inzwischen 55 % aller Transaktionen sogenannte Tokenisierung zum Einsatz. Dabei werden statt sensibler Kartendaten zufällig generierte Zahlenfolgen verwendet, was die Sicherheit erhöht.
„Wir wollen Betrug entdecken und stoppen, bevor Schaden für Verbraucher, Banken und Unternehmen entsteht“, so Kiel. In den vergangenen 5 Jahren habe Visa rund 11 Milliarden Euro in Technologie und Infrastruktur investiert.
Darüber hinaus arbeitet Visa gemeinsam mit Banken und Unternehmen an neuen Bezahlprozessen im KI-gestützten Handel. In ersten Pilotprojekten wird die Abwicklung KI-agentischer Zahlungen getestet. Dabei übernehmen KI-basierte Systeme eigenständig einzelne Schritte im Bezahlprozess, etwa die Auswahl von Produkten, die Ausführung der Zahlung oder die Verwaltung von Abonnements innerhalb vorgegebener Regeln. Zahlungen können so automatisiert im Hintergrund erfolgen, ohne dass jeder einzelne Kauf aktiv bestätigt werden muss.
Zu den Partnern in Deutschland zählen unter anderem Commerzbank, DZ Bank sowie Zahlungsdienstleister und Händler. Ziel ist es, den Markt frühzeitig auf neue Formen des digitalen Einkaufens vorzubereiten. „Wir arbeiten gemeinsam daran, den deutschen Markt für das KI-gestützte Einkaufen fit zu machen“, betonte Kiel.
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