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Mehr Cashback als die Apple Card: Samsung startet eigene Kreditkarte

Samsung startet in den USA erstmals ein eigenes Kreditkartenprogramm. Seit heute lässt sich die Samsung Galaxy Card dort regulär beantragen. Herausgegeben wird die Visa Karte von der Barclays US Consumer Bank.

Mehr Cashback als die Apple Card: Samsung startet eigene Kreditkarte

Bis zu 5 % Cashback

Apple bekommt nun auch im Kreditkartensegment Konkurrenz von seinem größten Smartphone-Wettbewerber. Samsung und Barclays hatten die Karte vorgestern vorgestellt, seit heute läuft die reguläre Beantragung über Samsung.com oder beim Einkauf in einem Samsung Store in den USA.

Nach erfolgreicher Beantragung wird die virtuelle Karte direkt in Samsung Wallet hinterlegt und ist sofort einsatzbereit. Die physische Variante folgt anschließend und zielt sichtbar auf ein ähnliches Publikum wie Apples weiße Titankarte. Sie besteht aus schwarzem Metall beziehungsweise recyceltem Stahl und wiegt 16,5 Gramm.

Das Cashback ist gestaffelt:

  • 5 % auf direkte Einkäufe bei Samsung
  • 3 % auf Zahlungen über Samsung Wallet
  • 2 % auf qualifizierende Streamingdienste
  • 1 % auf alle übrigen qualifizierenden Umsätze

Dabei gilt eine wichtige Einschränkung: Pro Transaktion greift nur die höchste passende Kategorie, die Sätze werden nicht addiert. Die 5 % gibt es ausschließlich für qualifizierende direkte Samsung-Umsätze, etwa über Samsung.com, Samsung Experience Stores, den Galaxy Store oder Samsung Care+. Einkäufe bei Drittanbietern oder Wiederverkäufer:innen fallen nicht darunter. Für die Streamingkategorie nennt Samsung unter anderem Netflix, Disney+ und Spotify.

Neue qualifizierende Karteninhaber:innen erhalten zusätzlich 200 US-Dollar Cash Rewards, wenn sie innerhalb der ersten 90 Tage mindestens 2.000 US-Dollar umsetzen. Die Prämien lassen sich unter anderem als Gutschrift auf das Kartenkonto oder als Überweisung auf ein Giro- beziehungsweise Sparkonto einlösen.

Die Kreditkarte kommt ohne Jahres- und Auslandseinsatzgebühr aus. Der Sollzins ist variabel und hängt von der Bonität der Antragstellenden ab.

Wo Samsung die Apple Card übertrifft

Auf dem Papier ist die Galaxy Card eine solide Cashback Karte. Besonders interessant wird sie jedoch im direkten Vergleich mit der Apple Card, die Samsung erkennbar im Blick hat. Das Duell entscheidet sich vor allem dort, wo beide Konzerne ihre Kund:innen am liebsten sehen: beim Bezahlen mit dem Smartphone.

Samsung zahlt 3 % auf qualifizierende Einkäufe, wenn die Karte über Samsung Wallet eingesetzt wird. Apple vergütet gewöhnliche Apple-Pay-Zahlungen dagegen mit 2 %. Der Satz von 3 % gilt bei der Apple Card nur für Einkäufe bei Apple und einer begrenzten Zahl ausgewählter Partnerunternehmen, darunter Nike, Uber, Walgreens, Exxon Mobil und Hertz.

Bei entsprechend über Samsung Wallet abgewickelten Alltagszahlungen liegt Samsung damit einen Prozentpunkt vor Apple. Voraussetzung ist allerdings, dass die jeweilige Transaktion für den erhöhten Prämiensatz qualifiziert.

Der zweite Vorsprung zeigt sich bei direkten Gerätekäufen. Für ein Samsung-Gerät im Wert von 2.000 US-Dollar gäbe es 100 US-Dollar zurück. Bei einem gleich teuren Apple-Einkauf über die Apple Card wären es 60 US-Dollar Daily Cash. Außerhalb der Wallet und der jeweiligen Sonderkategorien bleibt es bei beiden Karten bei 1 %.

Apple bietet dagegen mehrere Funktionen, für die Samsung zum Start kein Gegenstück angekündigt hat. Dazu zählen eine Familienfreigabe für bis zu fünf weitere Personen, ein verzinstes Sparkonto für das Daily Cash, der ausdrückliche Verzicht auf Jahres-, Auslandseinsatz- und Säumnisgebühren sowie zinsfreie Ratenzahlungen für qualifizierende Apple-Produkte.

Samsung spricht zwar von einer neuen Finanzierungsoption für Galaxy-Geräte, Fernseher und Haushaltsgeräte. Eine konkrete allgemeine Null-Prozent-Finanzierung hat der Konzern bislang jedoch nicht veröffentlicht.

Die Apple Card läuft derzeit weiterhin über Goldman Sachs und das Mastercard-Netzwerk. JPMorgan Chase soll die Herausgabe künftig übernehmen. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 7. Januar 2026 bekannt gegeben. Der Übergang wird innerhalb von rund 24 Monaten erwartet.

Der eigentliche Zweck: Bindung an das Ökosystem

„Mit der Samsung Galaxy Card erhalten Nutzer nun eine neue Möglichkeit, bei jeder Zahlung belohnt zu werden“, sagt Woncheol Chai, Executive Vice President und Leiter des Digital-Wallet-Teams im Geschäftsbereich Mobile eXperience bei Samsung Electronics.

Die höchsten Prämien sind allerdings eng an Samsungs Ökosystem geknüpft. Samsung Wallet setzt ein kompatibles Samsung-Smartphone, ein Samsung-Konto und mindestens Android 9 voraus.

Ohne Galaxy-Gerät lässt sich die Karte zwar als physische Visa Karte verwenden und über das Barclays-Webportal verwalten. Der allgemeine Cashback-Satz von 3 % für Zahlungen über Samsung Wallet entfällt dann jedoch. Für viele Alltagszahlungen bleibt in diesem Fall lediglich der Basissatz von 1 %.

Die Zielgruppe, die Samsung anvisiert, ist groß. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich in rund 70 % der US-Haushalte mindestens ein Samsung-Gerät. Fast 30 % besitzen drei oder mehr Geräte der Marke. Antrag, Kartenverwaltung, Umsatzübersicht und Prämieneinlösung sollen weitgehend über Samsung Wallet laufen.

Für deutsche Verbraucher:innen bleibt das Angebot vorerst ein Beobachtungsthema. Die Galaxy Card ist bislang ausschließlich in den USA verfügbar. Ob und wann sie oder die Apple Card nach Deutschland kommen, ist offen.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 22. Juli 2026

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