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Kartenzahlung mit KI-Agent: Santander und Mastercard starten Pilotprojekt

Eine Premiere im europäischen Zahlungsverkehr: Santander und Mastercard haben eine End-to-End-Zahlung durchgeführt, die vollständig von einem KI-Agenten initiiert und abgeschlossen wurde. Der Test lief über die reale Zahlungsinfrastruktur der Bank und nutzte das neue Framework „Mastercard Agent Pay“.

Kartenzahlung mit KI-Agent: Santander und Mastercard starten Pilotprojekt

Erste KI-gesteuerte Zahlung im regulierten Bankenumfeld in Europa

Die Banco Santander und Mastercard haben am 2. März bekannt gegeben, dass erstmals in Europa eine vollständig durch einen KI-Agenten initiierte und ausgeführte End-to-End-Zahlung erfolgreich durchgeführt wurde. Die Transaktion fand nicht nur in einer Testumgebung statt, sondern lief über die reale Zahlungsinfrastruktur von Santander, wenn auch innerhalb einer kontrollierten Testumgebung und eines regulierten Bankrahmens.

Ziel des Pilotprojekts war es, das komplette Betriebs- und Kontrollsystem unter realistischen Bedingungen zu testen. Der eingesetzte KI-Agent konnte die Zahlung im Namen der Kund:innen durchführen, allerdings nur innerhalb klar definierter Berechtigungen und Limits. Damit demonstrieren Santander und Mastercard, wie sogenannte „agentische Zahlungen“ technisch in bestehende Karteninfrastrukturen integriert werden können.

Mastercard Agent Pay als technologische Grundlage

Die technische Grundlage des Piloten bildet „Mastercard Agent Pay“. Das Framework bindet KI-Agenten als sichtbare und regulierte Teilnehmer in den Zahlungsprozess ein, neben Issuern, Acquirern und Händlern.

Die eigentliche Zahlung läuft weiterhin über die bestehenden Mastercard-Kartennetzwerke mit den üblichen Prozessen wie Authentifizierung, Autorisierung sowie Clearing und Settlement. Gleichzeitig wird im System transparent gekennzeichnet, dass ein KI-Agent im Auftrag von Kund:innen handelt.

Die Plattform PayOS übernahm die technische Orchestrierung der Transaktion und koordinierte unter anderem Routing, Statusverarbeitung und Schnittstellen.

KI-Agenten als neue Akteure im Online-Handel

In diesem Modell agieren KI-Agenten als digitale Vertreter der Kund:innen. Innerhalb festgelegter Parameter können sie selbstständig Zahlungen auslösen und abschließen. Mögliche Einsatzszenarien wären etwa persönliche Shopping-Agenten, die Produkte suchen und kaufen, oder digitale Assistenten, die wiederkehrende Rechnungen oder Abonnements automatisch begleichen. Voraussetzung ist, dass Händler, Betrag und Zweck innerhalb der vorab festgelegten Grenzen liegen.

Laut Santander soll die Nutzung der bestehenden Kartennetzwerke sicherstellen, dass auch bei agentischen Zahlungen etablierte Standards für Sicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz eingehalten werden.

Weitere Tests statt Marktstart

Trotz des erfolgreichen Tests handelt es sich aktuell noch nicht um eine kommerzielle Einführung. Santander plant zunächst eine Phase erweiterter Tests, um zusätzliche Anwendungsfälle sowie mögliche Partnerschaften zu prüfen.

„Bei Santander sehen wir KI als eine transformative Kraft in der Entwicklung des Zahlungsverkehrs. Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, Innovationen zu übernehmen, sondern sie verantwortungsbewusst zu gestalten und dabei Sicherheit, Governance und Kundenschutz von Anfang an zu integrieren“, erklärte Matías Sánchez, Global Head of Cards and Digital Solutions bei Santander.

Auch Mastercard sieht in sogenannten „Agentic Payments“ einen möglichen nächsten Entwicklungsschritt im digitalen Handel. Kelly Devine, Präsidentin von Mastercard Europa, betonte: „Mit Mastercard Agent Pay wenden wir die gleichen Prinzipien, die unser Netzwerk seit Jahrzehnten auszeichnen – Sicherheit, Vertrauen, Interoperabilität und globale Reichweite – auf eine neue Ära des KI-gestützten Handels an.“

Regulierung und Haftungsfragen bleiben offen

Auch wenn die Technologie Fortschritte macht, bestehen bei agentischen Zahlungen weiterhin offene Fragen. Händler müssen etwa prüfen können, ob eine von einem KI-Agenten ausgelöste Zahlung legitim ist und wer sie veranlasst hat.

Auch rechtliche Aspekte sind noch nicht abschließend geklärt. Unklar ist unter anderem, ob Verbraucher einem KI-Agenten Zugriff auf ihre Kartendaten gewähren dürfen und wer haftet, wenn eine unerwünschte Zahlung ausgelöst wird. Das Pilotprojekt dient daher nicht nur als technischer Test, sondern auch als Grundlage, um Governance-, Sicherheits- und Regulierungsfragen für KI-gestützte Zahlungen im Kartenökosystem zu klären.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 4. März 2026

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