Die ING will ihr internationales Privatkundengeschäft stärker über kostenpflichtige Kontopakete strukturieren. Der Rollout soll auch Deutschland erreichen, genaue Konditionen hat die Bank hierzulande aber noch nicht bestätigt. Offen ist vor allem, was das für das bisher kostenlose Girokonto bedeutet.
Nach Angaben der ING passt die Bank Inhalte und Konditionen der neuen Kontopakete je nach Land an. In den Niederlanden hat sie die Modelle bereits benannt und mit Preisen versehen. Das Einsteigerpaket Go kostet dort 4 Euro pro Monat und deckt das Alltags-Banking ab.
Das Paket More kostet 7 Euro monatlich und enthält zusätzlich eine Kreditkarte. Extra liegt bei 15,99 Euro pro Monat und ergänzt unter anderem Zinsvorteile, Vorteile bei Fremdwährungszahlungen und ein Amazon-Prime-Abo. Fremdwährungszahlungen sind Zahlungen in einer anderen Währung als Euro, etwa beim Bezahlen im Urlaub oder beim Online-Shopping außerhalb des Euroraums. Das Premiumpaket Max kostet 44,99 Euro monatlich und bündelt Reiseleistungen, Lounge-Zugang und ein Disney+-Abo.
Für Deutschland nennt die ING bislang keine Preise für Go, More, Extra und Max. Derzeit bleibt das Girokonto kostenlos, wenn monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen. Auch Kund:innen unter 28 Jahren zahlen aktuell kein Kontoführungsentgelt. Sind beide Bedingungen nicht erfüllt, fällt bei der ING ein monatliches Kontoführungsentgelt von 4,90 Euro an. Die ING Visa Debitkarte ist inklusive, eine girocard können Kund:innen optional für 1,49 Euro monatlich hinzubuchen.
ING „Lieblingsbank-Wochen“:
Aktuell erhalten Neukund:innen 200 Euro Bonus, wenn sie erstmals ein ING Girokonto eröffnen, der Nutzung von „Tipps für Sie persönlich“ zustimmen und in den ersten vier Monaten zwei aufeinanderfolgende monatliche Geldeingänge nachweisen. Ab 28 Jahren müssen dafür monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen, unter 28 Jahren reichen 700 Euro. Die Visa Debitkarte ist standardmäßig enthalten. Mit ihr sind Bargeldabhebungen ab 50 Euro an rund 97 % aller Geldautomaten in Deutschland sowie europaweit kostenlos möglich. Das Girokonto bleibt kostenlos, wenn monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen oder man unter 28 Jahre alt ist. Andernfalls fallen nach den ersten drei Monaten 4,90 Euro pro Monat an. Die Girokonto-Aktion läuft noch bis zum 30. Juni 2026.
Offen bleibt, ob die ING das bedingt kostenlose Basiskonto in Deutschland dauerhaft beibehält. Berichte deuten darauf hin, dass Bestandskund:innen zunächst nicht umgestellt werden könnten und die neuen Pakete vorerst eher Neukund:innen betreffen würden. Bestätigt hat die ING das bislang nicht. Auch Starttermin und genaue Leistungen der deutschen Pakete stehen noch aus.
Für den deutschen Kreditkartenmarkt sind vor allem die Premium-Pakete interessant. In den Niederlanden enthält das More-Paket bereits eine Kreditkarte. Extra und Max ergänzen Vorteile bei Fremdwährungszahlungen, Reisen und Premiumservices.
In Deutschland gibt die ING bislang keine klassische Kreditkarte aus, sondern eine Visa Debitkarte. Eine Debitkarte belastet das Girokonto zeitnah, während eine klassische Kreditkarte Umsätze gesammelt abrechnet oder einen Kreditrahmen bietet. Die ING hat für Deutschland eine echte Kreditkarte für 2026 angekündigt. Offen ist deshalb, ob diese Karte als eigenständiges Produkt startet oder nur Bestandteil eines kostenpflichtigen Kontopakets wird.
Für Kund:innen lohnt sich ein genauer Blick auf die deutschen Konditionen, sobald sie vorliegen. Wer nur ein einfaches Girokonto nutzt, dürfte andere Anforderungen haben als Nutzer:innen, die Kreditkartenleistungen, Reisevorteile oder Fremdwährungsoptionen regelmäßig einsetzen.
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