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ING Deutschland: Auf dem Weg zur „KI-Bank“

Künstliche Intelligenz soll bei der ING Deutschland künftig eine deutlich größere Rolle spielen. Die Direktbank will digitale Prozesse nicht nur effizienter machen, sondern auch personalisierte Beratung ermöglichen. Für Kund:innen könnte das schnellere Entscheidungen und individuellere Empfehlungen bedeuten.

ING Deutschland: Auf dem Weg zur „KI-Bank“

Was die ING unter einer „KI-Bank“ versteht

Die ING Deutschland ist mit gut zehn Millionen Kund:innen die größte Direktbank des Landes. Nach Einschätzung von Vorstandschef Lars Stoy könnten preisgünstige Direktbanken dank KI künftig eine stark personalisierte Beratung anbieten, wie sie bislang vor allem von klassischen Filialbanken bekannt ist.

Aus dieser Kombination könne „eine Fusion dieser beiden Geschäftsmodelle stattfinden und dadurch eine ganz neue Gattung entstehen“, sagte Stoy vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. „Es wird künftig die Gattung der KI-Banken geben.“

Die Idee dahinter: KI soll nicht nur Abläufe schneller machen, sondern Kund:innen auch direkt in der Beratung helfen, etwa bei der Einschätzung ihrer finanziellen Lage oder bei passenden Empfehlungen.

Bis das Geschäftsmodell tatsächlich dem einer „KI-Bank“ entspricht, dürfte es laut Stoy aber noch dauern. Dafür müsse sich das Institut grundlegend neu aufstellen, zudem brauche es noch ausgereiftere KI-Lösungen.

KI-Beratung: Interesse ja, aber mit Bedingungen

Eine von der ING beim Marktforschungsunternehmen YouGov beauftragte Umfrage deutet auf eine breite Bereitschaft hin. 54 % der Befragten können sich demnach eine rein digitale, KI-gestützte Beratung vorstellen, die sich an ihrer finanziellen Situation orientiert und personalisierte Empfehlungen liefert. In der Generation Z liegt die Zustimmung mit 71 % sogar noch deutlich höher.

Die Offenheit bleibt allerdings an klare Bedingungen geknüpft. Für 87 % der Befragten ist Transparenz beim Einsatz von KI sehr oder eher wichtig. 72 % vertrauen einer KI-Beratung nur dann, wenn sie bei Bedarf jederzeit persönlichen Kontakt zu einem Menschen aufnehmen können. „Der Faktor Mensch bleibt zentral, auch im KI-Zeitalter“, sagte Stoy.

Ob sich die Idee der „KI-Bank“ langfristig durchsetzt, hängt deshalb nicht nur von der Technik ab. Entscheidend sind auch klare regulatorische Leitplanken, transparente Entscheidungen und das Vertrauen der Kundschaft.

Wie die ING KI heute schon nutzt

Konkret im Einsatz ist KI bereits in der Baufinanzierung. Mit dem Angebot „Instant Baufi“ sollen bestimmte Immobilienkredite innerhalb von maximal rund 30 Minuten geprüft und zugesagt werden. Bislang nahm dieser Prozess nach Angaben der Bank etwa sechs Tage in Anspruch.

Dabei beschafft die KI zentrale Objektdaten wie Grundstücksgröße oder Wohnfläche automatisch aus öffentlichen und amtlichen Quellen. Anschließend folgt mit Zustimmung der Kund:innen eine automatisierte Bonitätsprüfung über einen digitalen Blick ins Konto. Wichtig dabei: Die finale Kreditentscheidung trifft nach Angaben der Bank weiterhin ein Mensch.

Das Angebot richtet sich damit vor allem an Kund:innen, die eine schnelle Immobilienfinanzierung mit wenig Papierkram suchen und einer automatisierten Datenauswertung offen gegenüberstehen. Die genauen Voraussetzungen können je nach Objekt und Bonität unterschiedlich ausfallen.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 1. Juni 2026

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