Biometrische Authentifizierung gewinnt im Zahlungsverkehr spürbar an Bedeutung. Vor allem die Gen Z setzt zunehmend auf Fingerabdruck und Gesichtserkennung statt auf Passwort oder PIN. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Mastercard Payment Pulse 2025“.

Der Blick aufs Smartphone ersetzt immer häufiger die Eingabe einer PIN. Laut der von GfK im Auftrag von Mastercard durchgeführten Studie „Mastercard Payment Pulse 2025“ hat bereits rund ein Drittel der Menschen in Deutschland (34 %) mindestens einmal biometrisch bezahlt. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit 52 % deutlich höher.
Insgesamt haben 59 % der Befragten in den vergangenen 12 Monaten biometrische Authentifizierungsverfahren genutzt, bei der Gen Z sind es sogar 79 %. Die Zahlen zeigen: Jüngere Zielgruppen adaptieren neue Verfahren schneller und lösen klassische Passwörter zunehmend ab.
Am häufigsten kommt Biometrie aktuell beim Entsperren des Smartphones zum Einsatz (45 %), gefolgt von Onlinebanking (34 %) und Onlinezahlungen (25 %). Unter den 18- bis 29-Jährigen nutzen mehr als die Hälfte biometrische Verfahren beim Banking, 41 % beim Onlineshopping. Auch beim mobilen Bezahlen im stationären Handel bestätigt etwa jede:r Fünfte Transaktionen biometrisch.
Als größten Vorteil nennen 43 % der Befragten die erhöhte Sicherheit. Für 37 % steht der Komfort im Vordergrund, insbesondere weil keine Passwörter oder PINs mehr eingegeben werden müssen. Weitere Pluspunkte sind Schnelligkeit mit 31 % sowie eine als unkompliziert empfundene Handhabung mit 27 %.
Bei den eingesetzten Technologien dominiert der Fingerabdruck (74 %), gefolgt von Gesichtserkennung (45 %). Irisscan und sprachbasierte Verfahren spielen mit jeweils rund fünf % bislang eine untergeordnete Rolle.
Gleichzeitig zeigt sich: Sicherheit bleibt auch beim Onlineshopping der zentrale Faktor. Zwei Drittel der Befragten halten sichere Zahlungsprozesse für entscheidend. 41 % empfinden das Teilen persönlicher Daten im Internet als problematisch. Vergessene Passwörter stellen vor allem für die 30- bis 39-Jährigen eine relevante Nutzungshürde dar.
Vor diesem Hintergrund gewinnen sogenannte Passkeys an Bedeutung. Beim „Mastercard Payment Passkey Service“ werden Onlinezahlungen über biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan freigegeben, alternativ ist auch eine Bestätigung per lokaler PIN möglich.
Wichtig: Die biometrischen Referenzdaten verbleiben auf dem Endgerät des:der Nutzer:in. Im Zahlungsprozess wird lediglich das Authentifizierungsergebnis übertragen. Ergänzend sorgt Tokenisierung dafür, dass sensible Zahlungsdaten durch einmalige, verschlüsselte Transaktionscodes ersetzt werden. Das reduziert die Angriffsfläche für Datenmissbrauch deutlich.
Bis 2030 will Mastercard eine vollständige Tokenisierung und Authentifizierung digitaler Zahlungen erreichen.
Auch im stationären Umfeld werden biometrische Verfahren weiter erprobt. 37 % der Befragten können sich vorstellen, per Gesichtserkennung in kassenlosen Geschäftsmodellen („Grab & Pay“) zu bezahlen. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt der Wert sogar bei 52 %.
In Pilotprojekten testet Mastercard neben Gesichtserkennung auch Handflächen- und Irisscans. Ziel ist ein Bezahlprozess ohne physische Karten, Geräte oder manuelle Eingaben. Technisch stehen dabei lokale Datenspeicherung, verschlüsselte Übertragung und eine klare Trennung zwischen biometrischem Merkmal und Zahlungsinformation im Fokus.
„Biometrie ist im Alltag angekommen. Besonders die jüngeren Verbraucherinnen und Verbraucher setzen beim Bezahlen zunehmend auf biometrische Authentifizierung – und stellen dabei höchste Ansprüche an Sicherheit“, sagt Nikolaus Trzeschan, Country Manager Mastercard Deutschland. Sicherheit sei immer auch eine Frage des Vertrauens. Mit Innovationen wie Passkeys, Tokenisierung und modernen biometrischen Verfahren wolle man ein nahtloses und zugleich maximal geschütztes Bezahlerlebnis ermöglichen.
Für die Studie wurden im Rahmen des GfK eBUS 1.004 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren online befragt. Die Untersuchung erscheint seit 2018 jährlich und firmiert seit 2025 unter dem Namen „Mastercard Payment Pulse“.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen strukturellen Wandel: Während wissensbasierte Verfahren wie Passwort und PIN weiterhin verbreitet sind, verschiebt sich die Authentifizierung, insbesondere bei jüngeren Nutzer:innen, zunehmend hin zu gerätegebundenen, biometrisch gestützten Identitätsnachweisen. Banken, Zahlungsanbieter und Händler können ihre Bezahlprozesse dadurch moderner und nutzerfreundlicher gestalten. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Datenschutz und gesetzliche Vorgaben.
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