Die Akzeptanz mobiler Bezahlverfahren im Euroraum ist deutlich gestiegen. Laut einer neuen Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) nehmen inzwischen 68 % der Unternehmen mit stationären Verkaufsstellen mindestens ein mobiles Zahlungsverfahren an. Bargeld und physische Karten bleiben allerdings noch weiter verbreitet.
Mobile Bezahlverfahren haben bei Unternehmen im Euroraum deutlich an Boden gewonnen. 2026 akzeptieren 68 % der Betriebe mit stationären Verkaufsstellen mindestens ein mobiles Verfahren, 2024 waren es erst 36 %. Das geht aus der EZB-Studie „Use of cash by companies in the euro area in 2026“ hervor, für die 8.205 Unternehmen aus allen 21 Ländern des Euroraums befragt wurden, darunter 904 aus Deutschland.
Unter mobilen Zahlungen versteht die EZB verschiedene Verfahren. Dazu zählen digitale Wallets wie Apple Pay und Google Pay, Instant Payments, QR-Code-Zahlungen sowie weitere Bezahl-Apps. Am häufigsten akzeptiert werden laut EZB Instant Payments und digitale Wallets. Die 68 % bedeuten also nicht, dass mehr als zwei Drittel der Unternehmen Apple Pay oder Google Pay anbieten.
Bei der Einordnung des Anstiegs sind zwei methodische Aspekte zu beachten. Die Ergebnisse beruhen auf Angaben der befragten Unternehmen und nicht auf Testkäufen. Zudem unterschied die Fragestellung 2024 noch nicht zwischen Zahlungen an stationären Verkaufsstellen und Onlinezahlungen, während 2026 ausdrücklich nach physischen Verkaufsstellen gefragt wurde. Die EZB stellt den Anstieg dennoch selbst heraus und wertet die breitere Akzeptanz mobiler Zahlungen als Hinweis auf ein gestiegenes Bewusstsein für digitale Zahlungsinstrumente. Auch die Präferenzen der Kund:innen spielen nach Einschätzung der Notenbank eine wichtige Rolle.
Physische Karten akzeptieren 88 % der Unternehmen, nach 87 % im Jahr 2024. Von diesen Unternehmen nehmen jeweils mehr als neun von zehn Debitkarten beziehungsweise Kreditkarten an.
Bei der Aufschlüsselung nach Kartentyp zeigt sich allerdings eine leichte Gegenbewegung. Obwohl die Kartenakzeptanz insgesamt gestiegen ist, sind die Anteile der Unternehmen, die Debitkarten beziehungsweise Kreditkarten akzeptieren, jeweils etwas zurückgegangen. Laut EZB deutet das darauf hin, dass etwas weniger Unternehmen beide Kartentypen annehmen.
Auch bei den Präferenzen gibt es Unterschiede. 24 % der Unternehmen würden Zahlungen per Debitkarte bevorzugen, 21 % Bargeld und 14 % Kreditkarten. Rund ein Drittel hat keine Präferenz. Bei der Entscheidung, welche Zahlungsmittel akzeptiert werden, nennen die Unternehmen vor allem die Präferenzen der Kund:innen mit 26 %, Sicherheit mit 22 % und eine einfache Handhabung mit 15 %.
Mobile Zahlungen und Kartenzahlungen stehen dabei nicht zwangsläufig im Wettbewerb. Bei Zahlungen über digitale Wallets kann weiterhin eine hinterlegte Debit- oder Kreditkarte als Zahlungsgrundlage dienen. Wie groß dieser Anteil innerhalb der von der EZB erfassten mobilen Zahlungen ist, weist die Studie allerdings nicht aus.
Trotz des starken Wachstums mobiler Zahlungen bleibt Bargeld das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel. 92 % der Unternehmen mit stationären Verkaufsstellen akzeptieren Scheine und Münzen, 2024 waren es 90 %. Von den Unternehmen, die aktuell Bargeld annehmen, gehen 92 % davon aus, dies auch in fünf Jahren noch zu tun.
Im Vergleich zu digitalen Zahlungsmitteln bewerten die Unternehmen Bargeld insbesondere bei Privatsphäre und Zuverlässigkeit besser. Gleichzeitig geben 25 % der Unternehmen an, im vergangenen Jahr Maßnahmen ergriffen zu haben, um digitale Zahlungen zu fördern oder Barzahlungen zu reduzieren. Von ihnen nennen 37 % die Anschaffung von Kassen für bargeldlose Zahlungen beziehungsweise die Verringerung der Zahl bargeldfähiger Kassen. 30 % haben bargeldlose Zahlungen beworben oder anderweitig gefördert.
Self-Checkout-Terminals haben 13 % der Unternehmen im Einsatz. Bei 48 % dieser Unternehmen kann an keiner der Selbstbedienungskassen bar bezahlt werden.
Die EZB-Daten zeigen damit zwei parallele Entwicklungen. Mobile Bezahlverfahren werden wesentlich breiter akzeptiert, während Bargeld und physische Karten weiterhin auf einem hohen Akzeptanzniveau bleiben. Für Verbraucher:innen wächst damit vielerorts die Auswahl, auch wenn nicht jedes Unternehmen alle Zahlungsarten anbietet.
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