Wero soll künftig stärker mit anderen europäischen Bezahldiensten zusammenarbeiten. Dafür haben die beteiligten Anbieter am 30. September die Gründung des „European Network for Payments“ bekannt gegeben. Das gemeinsame Netzwerk soll es erleichtern, über Ländergrenzen hinweg Geld zu senden und einzukaufen.
Mit der gewohnten Bezahl-App auch Menschen erreichen, die einen anderen Dienst nutzen: Diesem Ziel wollen Wero und seine europäischen Partner mit dem neuen Netzwerk näherkommen. Dafür schließt sich die European Payments Initiative (EPI), das Unternehmen hinter Wero, mit Bancomat, Bizum, SIBS–MB WAY und Vipps MobilePay zusammen. Die gemeinsame Gesellschaft „European Network for Payments“ (ENP) erhält ihren Sitz in Madrid. Alle 5 Partner beteiligen sich zu gleichen Teilen.
Zusammen verfügen die Dienste nach eigenen Angaben über rund 130 Millionen Nutzer. Wie viele davon die neuen grenzüberschreitenden Funktionen später tatsächlich verwenden werden, ist noch offen.
Die bisherigen Marken und Anwendungen sollen erhalten bleiben. ENP soll im Hintergrund die technische Verbindung der Dienste betreiben und den weiteren Ausbau koordinieren. Grundlage sind europäische Zahlungsstandards, darunter Echtzeitüberweisungen direkt zwischen Bankkonten.
Der mögliche Nutzen lässt sich an einem Beispiel erklären: Du verwendest Wero in Deutschland und möchtest einer Person in Spanien deinen Anteil an einer gemeinsamen Restaurantrechnung schicken. Sie nutzt Bizum, einen in Spanien verbreiteten Bezahldienst, mit dem sich unter anderem Geld direkt über die Banking-App versenden lässt. Die geplante Vernetzung soll solche Überweisungen künftig über eure jeweils gewohnte Anwendung ermöglichen.
Später soll das Prinzip auch beim Einkaufen greifen. Händler könnten dadurch Zahlungen von Kund:innen entgegennehmen, die einen anderen teilnehmenden europäischen Bezahldienst verwenden. Der ursprünglich angekündigte Rahmen umfasst 13 Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und mehrere nordische Staaten.
Wero ist bereits bei verschiedenen Banken und im Onlinehandel verfügbar. Auch erste Lösungen für Wero-Zahlungen per QR-Code an der Kasse bestehen. ENP soll diese Möglichkeiten künftig über die Grenzen der einzelnen Bezahlsysteme hinweg erweitern.
Die Zusammenarbeit hatten die Partner bereits im Februar 2026 angekündigt. Damals sah der Fahrplan erste grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Privatpersonen für 2026 vor. Zahlungen im Onlinehandel und in stationären Geschäften sollten 2027 folgen. Mit der nun bekannt gegebenen Gesellschaftsgründung nimmt das Vorhaben weiter Gestalt an.
Die aktuelle Mitteilung nennt jedoch keine verbindlichen Starttermine. Sie bestätigt lediglich die geplante Reihenfolge: zunächst private Geldtransfers, anschließend Zahlungen bei Händlern. Wann beispielsweise Wero und Bizum tatsächlich miteinander genutzt werden können, bleibt offen.
Ein solches Angebot könnte auf Interesse stoßen, denn der Wunsch nach europäischen Bezahllösungen ist weitverbreitet: In einer Bitkom-Umfrage sprachen sich 53 % der Befragten dafür aus.
Vor allem auf Reisen oder beim Einkauf in ausländischen Onlineshops könnte das Netzwerk nützlich werden, wenn sich dort die gewohnte Bezahl-App verwenden lässt. Wann es soweit ist, hängt davon ab, wie schnell die Dienste verbunden werden und welche Banken und Händler mitziehen.
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