Wenn du Wero bisher genutzt hast, dann vor allem, um Geld an andere Personen zu senden oder in teilnehmenden Onlineshops zu bezahlen. Am Snackautomaten oder in der Waschanlage spielte die europäische Bezahllösung bislang kaum eine Rolle. Das soll sich nun schrittweise ändern.
Die ZIIB Zahlungssysteme GmbH aus Berlin hat Wero Anfang August 2026 in ihre Payment-Plattform „Pay with ME“ integriert. Am Point of Sale wird dafür ein QR-Code angezeigt, etwa auf einem vorhandenen Kundendisplay an der Kasse. Du scannst den Code mit dem Smartphone und bestätigst die Zahlung anschließend über Wero.
Für die technische Anbindung stellt ZIIB eine QR-Code-Schnittstelle sowie ein Software Development Kit, kurz SDK, bereit. Nach Angaben des Unternehmens ist keine zusätzliche Payment-Hardware erforderlich, sofern bereits ein Display zur Anzeige des QR-Codes vorhanden ist. Laut ZIIB bindet die Software die QR-Code-Zahlung direkt an das Kassensystem an und übernimmt damit Funktionen, für die sonst ein klassisches Kartenterminal nötig wäre.
Wero ist innerhalb von „Pay with ME“ nur eine von mehreren Zahlarten. Nach Angaben von ZIIB unterstützt die Plattform auch Debit- und Kreditkarten, girocard, Apple Pay Google Pay, PayPal, Pay by Bank, TWINT und Zahlungen über die Mobilfunkrechnung. Für „Pay with ME“ ist keine separate Registrierung erforderlich. Für die Nutzung von Wero selbst benötigst du weiterhin ein geeignetes Konto bei einer teilnehmenden Bank und musst den Dienst über deine Banking-App oder die Wero-App aktiviert haben.
Wero ist weder eine Kreditkarte noch eine Debitkarte. Das Verfahren basiert auf Account-to-Account-Zahlungen und ermöglicht damit kontobasierte Zahlungen in Echtzeit. Anders als bei einer Visa– oder Mastercard-Zahlung läuft die Transaktion nicht über ein internationales Kartennetzwerk.
An der Kasse konkurriert Wero dennoch mit girocard, Kreditkarten, Debitkarten sowie Wallets wie Apple Pay oder Google Pay. Technisch steht dahinter jedoch eine andere Zahlungsinfrastruktur.
Auch bei Reklamationen unterscheidet sich Wero von klassischen Kartenzahlungen. Ist eine Zahlung einmal bestätigt, lässt sie sich nicht ohne Weiteres rückgängig machen. Du wendest dich zunächst an den Händler und meldest den Fall bei Bedarf anschließend über Wero. Für Zahlungen an Automaten und anderen stationären Verkaufsstellen liegen dazu bislang noch keine detaillierten Angaben vor.
ZIIB will Wero an mehr als 11.000 Akzeptanzstellen in Deutschland und Österreich verfügbar machen. Der Ausbau soll im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Der Rollout soll bei Verpflegungsautomaten, SB-Autowaschanlagen und Parksystemen starten. Anschließend sollen klassische Kassensysteme im Handel, Kantinen sowie Bestell- und Serviceanwendungen in der Gastronomie hinzukommen. Für Belgien und Frankreich plant ZIIB ebenfalls noch 2026 einen Vertriebsstart mit Partnern. In Österreich ist Wero für Privatkund:innen bislang nicht verfügbar. Ein verbindlicher Starttermin steht noch nicht fest.
Welche Rolle QR-Zahlungen mit Wero künftig neben girocard, Kreditkarten, Debitkarten und Mobile Wallets spielen, hängt vor allem von der tatsächlichen Verbreitung im Handel und der Zahl teilnehmender Banken ab. Die ZIIB-Integration zeigt nun konkret, wie Wero auch ohne zusätzliches Kartenterminal an stationären Verkaufsstellen eingesetzt werden kann.
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