Visa und das lettische Fintech Handwave bauen ihre Zusammenarbeit bei biometrischen Zahlungen aus. Künftig sollen sich Visa Karten mit der Handfläche von Nutzer:innen verknüpfen lassen, sodass für die Zahlung am Kassenterminal weder Karte noch Smartphone erforderlich sind. Bis zu einem breiten Einsatz in Europa ist es allerdings noch ein Stück.

Ein kurzer Scan der Hand und der Einkauf ist bezahlt: Noch ist das kein Alltag, doch Visa und Handwave bringen diese Form des Bezahlens einen Schritt näher. Im Zuge ihrer erweiterten Kooperation integriert Handwave Technologien von Visa für Tokenisierung, Authentifizierung, Betrugsprävention und Risikobewertung in seine Plattform.
Visa und Handwave arbeiten bereits seit einiger Zeit zusammen. Dabei ging es zunächst vor allem um den Visa Token Management Service. Er sorgt dafür, dass sensible Kartendaten wie die Kartennummer beim Bezahlen durch einen digitalen Token ersetzt werden und nicht jedes Mal direkt übertragen werden müssen.
Für die Nutzung müssen Karteninhaber:innen zunächst ihre Handfläche registrieren und eine Zahlungskarte hinterlegen. Handwave zufolge soll sich die Handfläche mit einer gewöhnlichen Smartphone-Kamera erfassen lassen. Anschließend wird die Karte digital hinterlegt und mit dem Handflächenprofil verknüpft.
Beim Einkauf hält man die Hand über einen speziellen Scanner am Point of Sale. Handwave analysiert nach eigenen Angaben unter anderem Handform, Venenstruktur und Blutfluss. Zusätzlich soll das System erkennen, ob sich tatsächlich eine echte Hand vor dem Scanner befindet.
Die hinterlegte Visa Kreditkarte bleibt dabei das eigentliche Zahlungsmittel. Sie tritt lediglich beim Bezahlvorgang in den Hintergrund. Handwave will über denselben Scan außerdem Funktionen wie Kundenprogramme und Altersprüfungen ermöglichen.
Als erste Region für den kommerziellen Einsatz sind die baltischen Staaten vorgesehen. Handwave befindet sich nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Gesprächen mit Banken und Händler:innen und bereitet dort Pilotprojekte vor. Noch 2026 sollen die ersten Systeme im Einsatz sein. Danach will Visa Handwave dabei unterstützen, die Technik auch in weitere europäische Länder zu bringen.
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