JPMorgan Chase übernimmt die Apple Card und löst damit Goldman Sachs als Herausgeber ab. Der Deal betrifft ein Kartenportfolio im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar und soll schrittweise umgesetzt werden. Für Nutzer:innen ändert sich zunächst nichts.
Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell: JP Morgan Chase wird künftig die Apple Card herausgeben und löst damit Goldman Sachs als Partner ab. Der Übergang soll rund 24 Monate dauern und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden. Bis zum Abschluss können bestehende Karteninhaber:innen ihre Kreditkarte wie gewohnt nutzen, ohne aktiv werden zu müssen.
Nach Abschluss sollen die ausstehenden Salden vollständig auf die Plattform von Chase übertragen werden. Mastercard bleibt weiterhin das Zahlungsnetzwerk der Apple Card.
JPMorgan Chase übernimmt die offenen Kreditbeträge der Apple Card nicht zum vollen Wert. Der Grund dafür sind überdurchschnittlich viele Zahlungsausfälle. Um mögliche Verluste abzufedern, plant die Bank für das vierte Quartal 2025 Rücklagen in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar ein.
Die bekannten Funktionen der Apple Card sollen erhalten bleiben. Dazu zählen bis zu 3 Prozent Daily Cash, keine Jahres- oder Fremdwährungsgebühren sowie die Einbindung in den zugehörigen Savings-Account.
Für Goldman Sachs ist die Übergabe ein weiterer Schritt beim Rückzug aus dem Konsumentenkreditgeschäft. Die Bank hatte bereits 2023 angekündigt, die Partnerschaft mit Apple zu beenden. „Mit dieser Transaktion schließen wir die Neuausrichtung unseres Privatkundengeschäfts im Wesentlichen ab“, sagte Vorstandschef David Solomon.
Der Deal soll den Gewinn von Goldman Sachs im vierten Quartal 2025 um rund 46 Cent je Aktie erhöhen. Möglich wird dies vor allem durch die Auflösung von Rückstellungen für Kreditausfälle in Höhe von 2,48 Milliarden US-Dollar, denen Belastungen der Nettoerlöse sowie zusätzliche Kosten gegenüberstehen.
Die Übernahme der Apple Card lenkt auch den Blick auf die internationalen Expansionspläne von JPMorgan Chase. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Apple Card langfristig auch in Deutschland verfügbar sein wird, ein konkreter Starttermin steht jedoch noch nicht fest. Unabhängig davon plant das US-Finanzhaus, seine Digitalbank Chase im zweiten Quartal 2026 in Deutschland zu starten. Zum Auftakt ist ein Tagesgeldkonto vorgesehen.
Ursprünglich wollte JPMorgan Chase bereits 2024 starten, verschob den Launch jedoch um rund zwei Jahre. In Deutschland wird Chase von J.P. Morgan SE betrieben, die über eine deutsche Banklizenz verfügt und Mitglied der gesetzlichen Einlagensicherung ist. Langfristig soll das Angebot zu einer Vollbank für Privatkund:innen erweitert werden.
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