Visa treibt die Entwicklung automatisierter Bezahlprozesse voran: Mit dem Programm „Agentic Ready“ startet in Europa eine Testphase für KI-gestützten Handel. Banken und Händler können dabei unter realistischen Bedingungen Erfahrungen mit Zahlungen sammeln, die von KI-Agenten ausgelöst werden. Auch erste deutsche Institute sind beteiligt.

Visa hat zusammen mit Partnerbanken das Programm „Agentic Ready“ gestartet, um den Einsatz von KI im Zahlungsverkehr unter realen Bedingungen zu erproben. Getestet werden dabei Transaktionen, die eigenständig von KI-Agenten initiiert werden.
Zu den ersten teilnehmenden Banken gehören auch die Commerzbank und die DZ Bank. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere europäische Institute beteiligt, darunter Barclays, HSBC UK, Santander sowie die Raiffeisen Bank International und die Erste Group.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob diese Art von Zahlungen unter realistischen Bedingungen gut funktioniert. Zunächst wird getestet, ob KI-gesteuerte Transaktionen sicher, verlässlich und in größerem Umfang umsetzbar sind.
Visa sieht in sogenannten „agentischen“ Systemen einen grundlegenden Wandel im digitalen Handel. Tobias Czekalla, Deutschlandchef von Visa, erklärte: „KI-Agenten werden zunehmend verändern, wie Menschen auch bei uns in Deutschland einkaufen“.
Das Programm soll Partnern die Möglichkeit geben, frühzeitig praktische Erfahrungen mit der Technologie zu sammeln und Vertrauen in neue Bezahlprozesse zu entwickeln. KI-Systeme übernehmen dabei Aufgaben im Auftrag der Nutzenden, lösen Käufe eigenständig aus, die Kontrolle bleibt jedoch erhalten.
Technisch baut das Programm auf bereits etablierte Verfahren auf. Dazu zählen insbesondere die Tokenisierung und die biometrische Authentifizierung. Diese sollen sicherstellen, dass jede Transaktion eindeutig einer realen Person zugeordnet werden kann.
Gerade in Europa sind solche Technologien bereits weit verbreitet. Das schafft eine wichtige Grundlage, um KI-gestützte Zahlungen in bestehende Systeme zu integrieren und gleichzeitig hohe Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
Langfristig verfolgt Visa das Ziel eines stärker automatisierten Handels. KI-Agenten sollen künftig auf Basis von Präferenzen, Kontext und Vorgaben eigenständig Kaufentscheidungen treffen.
Das bedeutet konkret: Alltagsprodukte könnten automatisch nachbestellt werden, sobald sie zur Neige gehen. Auch Käufe zum optimalen Zeitpunkt, etwa bei günstigen Preisen, wären möglich, ohne dass aktiv gesucht oder verglichen werden muss.
Oliver Haibt von der Commerzbank ordnete die Entwicklung ein: „Agentic Commerce ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des digitalen Einkaufens. Wir als Commerzbank sind stolz darauf, gemeinsam mit Visa an dieser Innovation mitzuwirken.“
Das „Visa Agentic Ready“-Programm wird weltweit schrittweise eingeführt, startet jedoch zunächst in Europa. Erfahrungen aus anderen Regionen wie dem asiatisch-pazifischen Raum, dem Nahen Osten und Lateinamerika fließen bereits in die Entwicklung ein. Weitere Partnerbanken sollen schrittweise folgen.
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