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Agentic Commerce: Visa und Mastercard wollen KI-Agenten besser absichern

Visa, Mastercard und Ant International wollen gemeinsame Vertrauensregeln für Zahlungen durch KI-Agenten entwickeln. Das sogenannte „Know Your Agent“-Framework soll dabei helfen, autorisierte KI-Agenten über verschiedene Zahlungsnetzwerke und Wallets hinweg eindeutig zu erkennen.

Agentic Commerce: Visa und Mastercard wollen KI-Agenten besser absichern

KI-Agenten sollen über verschiedene Netzwerke hinweg erkennbar sein

Beim Agentic Commerce können KI-Agenten nicht nur Produkte suchen und vergleichen, sondern im Auftrag von Nutzer:innen auch Einkäufe und Zahlungen übernehmen. Für Zahlungsanbieter entsteht dadurch eine zusätzliche Sicherheitsfrage: Neben der Identität der Nutzer:innen muss auch klar sein, welcher KI-Agent handelt und wer ihn dazu berechtigt hat.

Visa, Mastercard und Ant International, ein Anbieter für digitale Zahlungen und Finanztechnologie, haben deshalb eine Zusammenarbeit an einem gemeinsamen „Know Your Agent“-Framework, kurz KYA, angekündigt. Ziel ist es, Informationen über vertrauenswürdige KI-Agenten über verschiedene Kartennetzwerke, digitale Wallets, KI-Plattformen und Marktplätze hinweg nutzbar zu machen. So soll unter anderem vermieden werden, dass ein KI-Agent in jedem System komplett neu geprüft werden muss.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich zunächst auf drei Bereiche. Zum einen soll nachvollziehbar sein, zu welchem Unternehmen, Betreiber oder welcher Person ein KI-Agent gehört. Zum anderen wollen die Unternehmen gemeinsame Sicherheitsanforderungen festlegen. Außerdem sollen Identität und Transaktionen laufend überprüft werden, um auffälliges oder unerwartetes Verhalten frühzeitig erkennen zu können.

Bestehende Zahlungssysteme sollen besser zusammenspielen

Visa und Mastercard arbeiten schon länger daran, Zahlungen durch KI-Agenten technisch abzusichern. Visa hat dafür das „Trusted Agent Protocol“ entwickelt. Es soll Händler:innen helfen, autorisierte KI-Agenten von gewöhnlichen oder potenziell schädlichen Bots zu unterscheiden.

Mastercard verfolgt mit „Agent Pay“ einen ähnlichen Ansatz. Registrierte KI-Agenten können dabei innerhalb zuvor festgelegter Vorgaben Zahlungen ausführen. Zusätzlich soll das Konzept „Verifiable Intent“ nachvollziehbar machen, ob eine Zahlung tatsächlich dem Auftrag der Nutzer:innen entspricht.

Dass solche Zahlungen nicht mehr nur Theorie sind, zeigen erste Tests. Mastercard hat in Deutschland bereits gemeinsam mit Deutsche Bank, DZ Bank und N26 eine Zahlung durch einen KI-Agenten durchgeführt. Visa testet KI-gesteuerte Zahlungen ebenfalls mit europäischen Banken und Händler:innen.

Ant International stellte im April 2026 sein „Agentic Mobile Protocol“ vor. Das frei zugängliche Protokoll soll KI-Agenten unter anderem dabei helfen, sich gegenüber anderen Diensten auszuweisen, Zahlungsberechtigungen nachzuweisen und Zahlungen innerhalb festgelegter Regeln auszuführen. Dazu gehört auch ein eigenes „Know Your Agent“-System.

Die neue Zusammenarbeit soll nun dafür sorgen, dass solche bislang getrennten Systeme besser miteinander funktionieren. Visa, Mastercard und andere beteiligte Zahlungsnetzwerke behalten dabei jedoch ihre eigenen Prüfungen und Entscheidungen darüber, ob eine Transaktion zugelassen wird.

Noch kein fertiger Standard für KI-Zahlungen

Die Initiative steht noch am Anfang. Einen fertigen Standard oder einen konkreten Termin für die Einführung gibt es bislang nicht. Auch die Frage, wer bei Fehlern oder Missbrauch durch KI-Agenten haftet, ist noch nicht abschließend geklärt.

Die Zusammenarbeit soll auch über die von der Monetary Authority of Singapore initiierte Plattform BuildFin.ai vorangetrieben werden. Dort arbeiten Unternehmen aus der Finanz- und Technologiebranche gemeinsam an Regeln und Sicherheitsmechanismen für den Einsatz von KI im Finanzbereich.

Für Kreditkarteninhaber:innen ist die Initiative vor allem mit Blick auf die weitere Entwicklung des Einkaufens mit KI relevant. Wenn KI-Agenten künftig häufiger selbstständig mit hinterlegten Zahlungsmitteln bezahlen, müssen Banken, Händler:innen und Zahlungsnetzwerke zuverlässig erkennen können, wer den Agenten beauftragt hat und was er tun darf.

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Philipp Ollenschläger

Erstellt von

Parallel zu seinem Journalismus-Studium hat Philipp großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während seiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier hat er sich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kennt er schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr bei seiner Arbeit als Autor von Ratgebern und Analysen rund um Kreditkarten.

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Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026

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